Halbzeit: Steuersenkung verpufft – Nur drei Prozent der KMU nehmen erhöhtes Kaufverhalten wahr

Die von der Bundesregierung veranlasste Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 Prozent gilt seit rund drei Monaten. Das Ziel bis Jahresende: Verbraucher*innen zu mehr Konsum bewegen und somit die aufgrund der Corona-Krise geschwächte Konjunktur in Deutschland wieder ankurbeln. Eine Umfrage von Lexware unter 2.300 Kleinunternehmer*innen und Selbstständigen zeigt zur Halbzeit der steuerlichen Maßnahme eine klare Tendenz: Auch wenn die Mehrheit der Befragten die Steuererleichterung an ihre Kund*innen weitergibt, erhöht sich das Kaufverhalten nicht.

Mehrwert oder Mehrarbeit? Die seit dem 1. Juli gültige Senkung der Mehrwertsteuer ist die wohl am häufigsten diskutierte Maßnahme des Konjunkturpakets. Kleinunternehmer*innen und Selbstständige äußerten bereits vor Monaten ihre Bedenken. So war laut einer Umfrage des Softwareherstellers Lexware[1] für Deutschlands Unternehmer*innen schon bereits im Juni klar: Der Aufwand für die Steueranpassung wird in keinem angemessenen Verhältnis zum Ertrag stehen.

Drei Monate nach in Kraft treten der Mehrwertsteuersenkung hat Lexware nochmal nachgefragt: Hilft die Maßnahme der Politik tatsächlich, um den Umsatz bei den rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland[2] zu steigern bzw. die Umsatzeinbußen zu kompensieren? Die Ergebnisse der vom 27. August bis 17. September durchgeführten Umfrage unter 2.300 Kleinunternehmer*innen und Selbstständigen bestätigen die vorangegangene Skepsis im Hinblick auf den erhofften Konjunkturaufschwung.

KMU ziehen Zwischenbilanz: Umsatz nach Steueranpassung unverändert

Auch zur Halbzeit der Mehrwertsteuersenkung sind über drei Viertel der befragten Kleinunternehmer*innen und Selbstständigen (76 Prozent) der Meinung, dass die temporäre Mehrwertsteueränderung eher nicht bzw. auf keinen Fall als Konjunkturtreiber taugt. Dennoch gibt der Großteil (66,3 Prozent) die niedrigere Mehrwertsteuer vollständig an die Verbraucher*innen weiter.

Eine hohe Bereitschaft lässt sich hierbei vor allem im Dienstleistungssektor (67,6 Prozent) sowie im Handwerk (74,7 Prozent) verzeichnen. Zurückhaltender zeigen sich der Handel und die Gastronomie. Während im Handel noch rund 4 von 10 Befragten (43,7 Prozent) die vollständige Differenz an ihre Kund*innen weiterreichen, haben sich über die Hälfte der befragten Gastronomen (57,63 Prozent) dazu entschieden, den reduzierten Steuersatz nicht an ihre Gäste weiterzugeben. Gravierende Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden hat das allerdings nicht. Im Gegenteil: Seit der Mehrwertsteueränderung nehmen nur drei Prozent ein erhöhtes Kaufverhalten wahr, neun von zehn Befragten (89 Prozent) keine Veränderung oder sogar ein reduziertes Kaufverhalten.

„Kleine und mittlere Unternehmen tragen 43 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei und bieten 57 Prozent der Arbeitnehmer*innen einen Arbeitsplatz. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Die Mehrwertsteuersenkung hat für sie nicht als Umsatztreiber funktioniert und sogar Mehraufwände erzeugt“, so Jörg Frey, Geschäftsführer bei Lexware.

Steuererhöhung im Januar: Automatisiert mit Cloud-Lösungen

In drei Monaten steht die erneute Anpassung auf die alten Steuersätze bevor.
„Viele Kleinunternehmer*innen steuern ihr Unternehmen noch immer mit Word und Excel. Für diese ist die Umstellung besonders herausfordernd und zeitaufwändig“, so Frey weiter. Eine Lösung, um die Mehrwertsteueranpassung schnell und sicher umzusetzen, bieten Cloud-Unternehmenslösungen wie lexoffice aus dem Hause Lexware. Ihr Vorteil: Sie sind GoBD-testiert, DSGVO-konform und bieten kostenlose Softwareupdates – schnell, automatisch und ohne händische Anpassungen.

[1] Lexware (2020): Umfrage zur bevorstehenden Mehrwertsteuersenkung
[2] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2018


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