Augen auf beim Internet-Einkauf

Das man beim Einkauf im Internet immer eine gewisse Vorsicht walten lassen sollte und am besten den gesunden Augen auf beim Internet-EinkaufMenschenverstand einschaltet, ist Voraussetzung dafür nicht übers Ohr gehauen zu werden. Trotzdem passiert es immer häufiger, dass sich Betrüger im World Wide Web auf den verschiedenen Plattformen und in Onlineshops tummeln und dort auch ihre Opfer finden.

Immer mehr Produkte werden über das Internet verkauft und das zieht Gauner an. In zunehmendem Maß muss sich die Staatsanwaltschaft daher mit solchen Betrügereien befassen, sodass sich in Augsburg beispielsweise inzwischen 2 Staatsanwälte zum großen Teil mit dem Thema Internetkriminalität beschäftigen. Im Jahr 2009 erledigten sie 1.200 Verfahren, 2010 waren es bereits 1.500 Fälle.

„Es wird generell immer mehr online erledigt. Da ist es logisch, dass es auch mehr Straftaten gibt“, sagt Matthias Nickolai, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zu einem großen Teil handelt es sich um Betrug im Internet-Handel. Der zweite Schwerpunkt liegt im Bereich Online-Banking.

Onlineshops oder Internetplattformen wie zum Beispiel eBay, werden für solche Betrügereien gerne verwendet. Dabei reicht die Bandbreite vom Einzeltäter bis hin zur professionell aufgestellten Bande. „Da gibt es Fälle, in denen dann etwa ein Kinderfahrrad oder eine Spielkonsole dreimal angeboten werden. Oder es werden Waren verkauft, die gar nicht vorhanden sind“, sagt Nickolai. Sitzen die Täter in Deutschland ist es nicht ganz so kompliziert sie zu überführen. Laufen die Gaunereien über das Ausland ab, wird es schwieriger die Täter dingfest zu machen.

Das kriminell erwitschaftete Geld wird über sogenannte Finanzagenten, also Vermittler, ins Ausland transferiert. Diese Finanzagenten stellen ihr Konto gegen eine Vergütung zur Verfügung. Die verbrecherischen Organisationen ködern die Mittelsmänner über Nebenjobbörsen, etwa als Produkttester, wobei sie ihre Kontodaten angeben müssen. Auch wenn sie nichts vom Betrug wissen, kann ein Verfahren wegen Geldwäsche drohen, so Nickolai. Bisweilen ist ein Heer von Finanzagenten zwischengeschaltet, um die verschiedenen Geldtransaktionen bestmöglich zu verbergen. Am Ende wird das Geld über einen Bargeld-Transferdienst wie Western Union ins Ausland geschickt, womit sich die Spur dann meistens verliert.

Kann man trotzdem einen Verdächtigen ausfindig machen, stellt sich jedoch immer noch die Frage, wie die ausländischen Behörden auf die Rechtshilfeanfragen reagieren und diese bearbeiten. In manchen Staaten können sich die Täter sicher fühlen, etwa weil eine bestimmte Schadenssumme für Rechtshilfe vorhanden sein muss.

Oft haben die Täter auch kein Computerwissen und müssen es auch gar nicht haben, denn die Trojaner, die man benötigt um Zugang zu einem eBay-Konto zu bekommen, kann man sich gegen Bezahlung im Internet besorgen, genauso wie schon komplett ausgespähte Datensätze von Usern.

Matthias Nickolai stellt oft überrascht fest wie naiv manche Verbraucher ihren Einkauf im Netz tätigen. Manche Kunden sind so im Schnäppchenfieber, dass nicht mehr klar denken können und dann Münzen, Uhren oder sogar Boote online kaufen, ohne sie vorher einmal gesehen zu haben. Teilweise geht es dann um fünfstellige Summen, die einfach weg sind oder es gibt Mängel an der Ware. Bei Beanstandungen an der Ware muss dann noch nicht mal eine Straftat bestehen.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Gesetz, Sicherheit

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