Unstimmigkeiten zwischen Naver und eBay in Asien

Es sieht so aus, als habe eBay vor kurzem einen offiziellen Antrag an die koreanische Webseite Naver gerichtet, Details über eBay-Artikel aus dem Einkaufsbereich von Naver zu entfernen, das behauptet unter anderem der Koreaherald.com.

Naver selbst bereitet sich gerade darauf vor, den Sprung auf den offenen Markt zu wagen, ein Markt der allen Verbrauchern und Investoren offensteht.
In den vergangenen Monaten hat Korea einen rasanten Aufschwung seines Online-Shopping-Marktes gesehen und im Zentrum dieses Aufschwungs steht Naver, Koreas populärstes Suchportal. Naver wird auch oft als „Google“ Südkoreas bezeichnet. Weltweit steht Naver auf Rang 5 der meist genutzten Suchmaschinen.

Obwohl eBay seinen Hauptsitz in Kalifornien hat, versucht das Unternehmen seit längerem seine Präsenz in Asien zu vergrößern. 2001 bereits kaufte eBay Auction, mit  mittlerweile 21 Millionen registrierten Nutzern. Die Plattform hat sich auf den Vertrieb von Sportartikeln, Computern und anderen Elektronikgeräten spezialisiert. 2009 dann akquirierte eBay Gmarket. Gmarket ist vor allem auf Modeartikel spezialisiert und erzielte im 2008 mit knapp 15 Millionen Nutzern einen Brutto-Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar. Damit hat eBay in Korea 2 der größten E-Commerce-Webseiten in seinem Besitz.

Eigentlich stellte eBay keine wirkliche Bedrohung für Naver dar und Navers Shopping-Bereich mit dem Namen “Knowledge Shopping” hatte Artikel von eBays Datenbank im Angebot. Ein Abkommen der beiden Firmen gestattete, dass Artikel von eBay-Händlern auf Navers Shopping-Bereich unter dem Händler- oder dem Produktnamen eingestellt werden konnten. Im Gegenzug erhielt Naver 2% Kommission auf jeden bei Gmarket oder Auction verkauften Artikel, der über den Shopping-Bereich von Naver lief.

Mit der Entfernung der eBay-Artikeldetails auf Naver, die bis demnächst abgeschlossen sein soll, können  Gmarket- oder Auction-Händler ihre Waren nun nicht mehr über die Shopping-Sektion von Naver anbieten.

Die Aussagen der Verantwortlichen von eBay und Naver über die Entfernung der Artikel-Datenbank sind kontrovers.

eBay gibt an, dass man nicht mehr bereit sei, die von Naver in Rechnung gestellte „enorm hohe Kommission“ zu zahlen. Wohingegen Naver-Verantwortliche nicht glauben, dass die Höhe der Kommission nicht ausschlaggebend für den eBay-Rückzug sei. In ihren Augen will eBay den Shopping-Bereich Naver von zu starkem Wachstum abhalten.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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