Wie das Internet den Immobilienverkauf verändert hat

Der klassische Weg beim Immobilienverkauf ist das Schalten von Anzeigen in den örtlichen Zeitungen und Magazinen. Meist wird hierfür noch ein Makler zu Hilfe genommen, der die Hauptlast der Arbeit trägt. Doch seit rund zwei Jahrzehnten wird auch immer häufiger das Internet für den Verkauf genutzt. Neben den bekannten Immobilienplattformen, gibt es aber auch noch andere Lösungen. Welche, betrachten wir kurz im Folgenden.

Der Klassiker – das Immobilienportal

Immobilienscout24 und ähnliche, bekannte Plattformen sind die Platzhirsche auf dem Markt. Wie beim Gebrauchtwagengeschäft, können hier Käufer und Verkäufer über eine Onlineplattform zusammenfinden. Zahlreiche Einstellmöglichkeiten, das Hochladen von Bildern, genügend Platz für Freitext und die digitale Korrespondenz per Mail beschleunigen den Verkaufsprozess enorm.

Hinzu kommen – meist als hochwertige Ergänzung – die eigenen Plattformen der Immobilienmakler. Wer seine Immobilie professionell online vermarkten lassen möchte, sollte diese in Anspruch nehmen, da die dortige Käuferschaft meist schon sehr gut vorselektiert ist.

Angebote auf den großen Plattformen können vom Verkäufer selber, aber auch durch einen beauftragten Makler erstellt werden. Letztere achten dabei darauf, dass das Exposé verkaufsfördernd und für die jeweilige Plattform passend (alle haben ihre „ungeschriebenen Regeln“ und Besonderheiten) aufgesetzt wird.

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Digitale Bieterverfahren – für Höchstpreissuchende

Es ist nicht unüblich, bei mehreren in Frage kommenden Käufern ein Bieterverfahren durchzuführen. Um dieses zeitsparend und so sicher wie möglich durchführen zu können, greifen immer mehr Verkäufer mit Unterstützung ihres jeweiligen Maklers zum Online-Bieterverfahren. Dabei erhalten alle in die engere Auswahl kommenden und schon auf ihre Bonität geprüften Käufer Zugang zu einer geschlossenen Onlineplattform. Zu einem festen Termin wird eine (vorerst unverbindliche) Auktion durchgeführt. Der Gewinner und der Verkäufer erhalten dann eine angemessene Bedenkzeit von 1-3 Tagen, bevor das Gebot rechtsverbindlich für beide Seiten gilt. Der Vorteil an diesem Verfahren: Ein vor Ort-Verhandlungstermin oder gar einzelne Termine mit ALLEN potentiellen Käufern entfallen. Es ist nur eine 30-60-minütige Onlinesitzung nötig.

Immer beliebter – lokale Plattformen

Als Ergänzung zu den bekannten Lösungen, werden nur regional tätige Verkaufsplattformen immer beliebter. Alternativ bieten erfahrene Makler diese Möglichkeit „in Eigenbau“ an. In diesem Fall wird die Immobilie nur lokal gelistet (z.B. im Online-Inserate-Portal der lokalen Tageszeitung oder gleich im eigenen Maklernetzwerk über Geo-Blocking; dabei wird Kaufinteressenten außerhalb der Region die Immobilie gar nicht erst angezeigt). Dies ist dann ein interessanter Weg, wenn lokale Verbundenheit und kurze Wege beim Verkaufsprozess im Vordergrund stehen. Zudem kennen die Interessenten den Markt und die Region, sodass die Verhandlungen teils reibungsloser ablaufen.

Geschlossene Maklernetzwerke – die lohnenswerte Alternative

Manche Verkäufer haben die Vorzüge entdeckt, welche ein Listing in einem geschlossenen Maklernetzwerk mit sich bringt. Dabei nutzt der beauftragte Makler seine Verbindungen zu anderen Berufsgenossen und fragt ggf. bei diesen hinterlegte Kaufgesuche ab. Hierfür haben sich eigens Netzwerke von kooperierenden Maklern gebildet. Der jeweilige Verband bzw. das Netzwerk stellt dabei die technische Infrastruktur für seine Mitglieder. Der Vorteil hierbei: die potentiellen Käufer sind schon vorselektiert und auf beiden Seiten des Verhandlungstisches kümmert sich ein Makler um die professionelle Abwicklung. Räumliche Distanzen können leicht überbrückt werden – die beteiligten Makler garantieren als dritte Partei für die gemachten Zusagen.

Innovative Onlinelösung – Gesuchs-Plattformen

Wer kennt es nicht aus den Inseraten der örtlichen Zeitung? „Solventes Paar sucht 3-Zimmer-Wohnung.“ Dies ist inzwischen professionell aufgesetzt auch im Internet möglich. So müssen die Käufer nicht selbst ein Exposé erstellen und auf Zuschriften möglicher Kaufinteressenten warten – sie drehen einfach den Spieß um und laden gezielt zum Besichtigungstermin ein! Vorteil hierbei: der Aufwand für die Korrespondenz (z.B. Absagen) wird auf ein Minimum reduziert.

Fazit

Gleich ob die Immobilie auf einer Plattform oder in einem geschlossenen Netzwerk angeboten wird; egal, ob das digitale Bieterverfahren genutzt und potentielle Käufer über eine Gesuchs- statt Verkaufsplattform gefunden werden – der Immobilienverkauf kann dank der Onlinemöglichkeiten vor Allem mit Hilfe eines Maklers deutlich vereinfacht, beschleunigt und zum Bestpreis abgewickelt werden.


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