Amazon Quartalszahlen: Erwartungen der Wall Street wurden verfehlt

Einen Tag nach eBay hat nun auch Amazon.com seine Zahlen zum 2. Quartal 2010 veröffentlicht. Anders als bei eBay verfehlte Amazon die Prognosen. Günstige Preise, kostenloser Versand sowie Währungseinflüsse drückten den Gewinn im 2. Quartal 2010 deutlich unter die Zahlen, die die Anleger erwartet hatten. Folge: Die Aktie brach am Donnerstag nachbörslich um 15% ein.

Die Zahlen:

  • Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 41% auf 6,6 Milliarden Dollar.
  • Der Gewinn stieg um 46% auf 207 Millionen Dollar oder 45 US-Cent je  Aktie.

Die Wall Street rechnete im Vorfeld allerdings mit einem Nettogewinn von 54 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 6,54 Milliarden Dollar.

Zwar gaben die Menschen insgesamt wieder mehr Geld aus, der hauseigene e-Book-Reader Kindle musste jedoch im Preis gesenkt werden um entsprechend Abnehmer zu finden. Der Grund für die Preissenkung lag in der starken Konkurrenz durch das iPad von Apple und das Lesegerät der amerikanischen Buchhandelskette Barnes & Noble Nook. In Bezug auf die Verkaufszahlen des Kindle wollte Amazon.com wie immer keine Angaben machen.

Die Konkurrenz auf dem Markt der e-Book-Reader wird sich auch auf den Gewinn im 3. Quartal 2010 auswirken, weshalb Amazons Prognose für das laufende 3. Quartal deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegt: Amazon.com stellt einen Umsatz zwischen 6,9 und 7,6 Milliarden Dollar in Aussicht, womit die Erlöse um 27 bis 40% gegenüber dem Vorjahr zulegen würden. Der operative Gewinn soll sich zwischen 210 und 310 Millionen US-Dollar bewegen.

Am stärksten wuchs im 2. Quartal der Businessbereich „General Merchandise“, in der das Elektronikgeschäft zusammengefasst ist. Hier verzeichnete Amazon.com einen Zuwachs von 69 % auf 3,5 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit dem Verkauf von Büchern, CDs, DVDs und anderen Medien kletterte um 18% auf 2,9 Milliarden US-Dollar.

Im Gegensatz zum amerikanischen Absatzmarkt bei eBay, mit dem eBay CEO Donahoe nicht zufrieden war, ist für Amazon der wichtigste Markt immer noch Nordamerika. Die Umsatzerlöse legten hier um 46% auf 3,6 Milliarden Dollar zu. Die Auslandserlöse stiegen um 35% auf 3,0 Milliarden Dollar und zeigen damit einen Aufwärtstrend.

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