(N)Onliner-Atlas für das Jahr 2010: Bremen hat immer noch den höchsten Anteil an Internet-Nutzern

Die 10. Auflage des (N)onliner Atlas stellte die Initiative D21 am 8. Juli 2010 vor. Die Initiative wurde von Vertretern aus Wirtschaft und Politik gegründet und lässt die Befragung zur Internet-Nutzung jährlich vom Marktforschungsinstitut TNS Emnid/Infratest durchführen. Hierfür werden 30.000 Bürger über 14 Jahre nach Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigung befragt.

Zentrales Ergebnis der Studie

In Deutschland sind erstmalig über 70% der Bürger im Internet unterwegs. 48,3 Millionen Deutsche über 14 Jahre sind online, das entspricht 72% der Bevölkerung in dieser Altersklasse. Allerdings schwächt sich die Wachstumskurve weiter ab, denn seit dem letzten Jahr sind lediglich 2 Millionen Internet-Nutzer dazugekommen, was einer Zunahme um 2,9 Prozentpunkte entspricht. Der Zuwachs im Jahr 2009 lag bei 4,0 Prozentpunkten. Zirka 19 Millionen Bundesdeutsche sind nicht im Netz unterwegs, 16 Millionen davon aus Überzeugung.

Weitere Resultate:

  • Der Breitbandausbau kommt langsam voran, doch nutzen laut der Studie noch nicht einmal 50% der Bürger einen Breitbandzugang.
  • DSL ist mit 42,8% die dominierende Zugangstechnik.
  • Kabelanschluss legte im Vergleich zu 2009 am deutlichsten zu, denn mittlerweile nutzen 4,5% der Befragten diesen Anschluss (Vorjahr: 3,3%).
  • Die mobile Internet-Nutzung wächst überdurchschnittlich, bleibt aber mit 1,9% noch relativ gering.
  • Die Zugangsarten ISDN und analoges Dial-up sind mit 9,3% respektive 7% relativ stabil geblieben.

Im Osten der Republik herrscht im Bereich Breitband noch Nachholbedarf. Hier gibt es noch eine große Anzahl an Offlinern. Durch die Verbesserung des flächendeckenden Ausbaus wird auch nicht jeder Bürger ins Netz geholt, da meisten der noch nicht angeschlossenen Deutschen das nicht wollen.

Bremen steht, wie auch schon im Vorjahr mit mehr als 80% an der Spitze des Online-Anteils der Bürger. Es folgen Berlin mit 75,2% und Hamburg mit 75%. Das größte Wachstum verzeichnete Rheinland-Pfalz.

Unterschiede bei der Nutzung des World Wide Web gibt es weiterhin hinsichtlich des Bildungsgrades, auch wenn die User mit einfacher Bildung die Lücke langsam schließen: Um 3,9% auf 56,6 % stieg die Zahl der Online-Nutzer mit Volks- oder Hauptschulabschluss. Trotzdem liegen sie immer noch weit hinter den Gruppen mit einem weiterbildendem Schulabschluss. Hier liegt der Prozentsatz bei 76,2%. In der Gruppe der Internet-User mit Abitur oder Studium beträgt der Anteil 88,8%. Schüler belegen mit einem Onliner-Anteil von 97,5% die Spitzenposition.

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