Schweizer Bürger fordern: WWW soll Staatsdienst werden

Wie das Zentrum für Technologiefolgenabschätzung (TA-SWISS) in der Schweiz aufzeigt, fordern die User den kostenfreien oder zumindest günstigen Zugang zum Internet für alle, da die Vielschichtigkeit des Internets inzwischen in beinahe alle Lebensbereiche hineinreiche.   Das Institut beschäftigt sich in einem Projekt mit der zukünftigen Entwicklung des World Wide Webs und ermittelt eine Nachfrage nach einem Netz „als Dienstleistung des Staates“. Demzufolge soll das Internet ein „service public“, ein öffentliches Recht des Bundes werden. So zu sagen das World Wide Web als Staatsdienst.

Gegenüber pressetext erklärt Danielle Bütschi, Projektverantwortliche bei TA-SWISS, die Forderungen der Schweizer: „Der Zugang zum Internet muss nicht unbedingt gratis, aber für alle möglich sein. Dies ist nicht einfach zu erfüllen, weshalb an neuen Finanzierungsmodellen zur Schaffung von Infrastruktur gearbeitet werden muss. So ist das Web, anders als etwa die Briefmarke, in verschiedenen Gebieten nach wie vor unterschiedlich teuer, was besonders auf entlegene Regionen zutrifft. Nach Ansicht der Bürger ist es Aufgabe des Staates, beispielsweise steuergeldfinanzierte Wireless-Hotspots „überall“ zu installieren.“

Es seien sowohl Politik, Behörden, Wirtschaft wie auch die Gesellschaft gefordert. Ferner müssten aber auch die Nutzer des Internets „bewusst und eigenverantwortlich handeln“, um Missbrauch abzuwenden, da Sicherheit und Schutz nur stückweise garantiert werden könnten.

Bütschi führt an, dass beispielsweise in Schulen eine stärkere Sensibilisierung stattfinden müsse. So existierten zum Erlernen des Umgangs mit dem World Wide Web keine bundesweiten Regeln. Zudem seien die Anstrengungen in den Schulen von Kanton zu Kanton unterschiedlich und nicht ausreichend.

Sowohl Kindern als auch Erwachsenen müsse in derselben Weise ermöglicht werden, zu lernen, wie Informationen im Internet zu verarbeiten und einzuschätzen sind. Selbst bei vorhandener Infrastruktur unterscheiden sich die Voraussetzungen dafür jedoch deutlich, denn es herrsche ein stark differenzierter Umgang mit dem Web. Besonderes Augenmerk müsste auf Themen wie Sicherheit, Datenschutz, Gesundheit oder Ethik gerichtet und ebenso vermittelt werden. Nach Meinung der Schweizer sollten die Möglichkeiten des Internets überdies innerhalb des demokratischen Prozesses vermehrt eingesetzt werden.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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