Zielgruppenwerbung wird immer häufiger zur Neukundengewinnung eingesetzt

figuren_koerperteile_055.jpgGleich und gleich gesellt sich gern! Oder, im Zeitalter des Internets: Ein Freund eines bestehenden Kunden, ist ein potentieller (neuer) Kunde, so beginnt ein Artikel im WSJ.com: Bereich Technologie. Diesen Allgemeinplatz nehmen einige Vermarkter, unter ihnen auch eBay, sehr ernst. Also wenden sie sich kleinen Startup-Unternehmen zu, die für sie die sozialen Netzwerke abklopfen, um potentielle Kunden unter den Freunden und Bekanntschaften von vorhandenen Kunden ausfindig zu machen und das  mitunter sehr zum Unbehagen von Juristen.

eBay, nur als Beispiel, verwendete Online-Tracking-Technologien, um Kunden zu identifizieren, die auf der Webseite in den Kategorien Bekleidung, Schuhe und Accessoires unterwegs waren oder dort eingekauft haben. Danach wandte eBay sich an das in New York beheimatete Startup 33Across, die für sie die Daten der Social-Networking-Seiten analysierten, um die Verbindungen zwischen den identifizierten eBay-Kunden und anderen Websurfern auszuarbeiten. Das alles nur, um später Werbeanzeigen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu platzieren. 33Across verfolgt wie Verbraucher interagieren, sei es über geäußerte Meinungen oder über sich mitteilende Nachrichten. 33Across erklärt, dass man auf den besuchten Seiten mitunter 100 Millionen US-amerikanische Einzelbesucher monatlich erreichen kann. Wenn beispielsweise ein eBay Kunde eine Filmrezension mit einer Bekanntschaft teilte, identifizierte 33Across diese Verbindung, platzierte dann auf dem Browser der Bekanntschaft ein Cookie oder eine anonyme Zeichenfolge der Tracking-Daten, sodass man später eine Werbung platzieren konnte, wenn derjenige bestimmte Seiten besuchte.

Werbefachleute sagen, dass die neue Welle des Social-Networking Targeting, also das auf bestimmte Zielgruppen abgestimmte Schalten  oder Einblenden von Werbebannern auf Webseiten  eindrucksvolle Ergebnisse liefert.
Durch Targeting wird versucht, bezogen auf Inhalte, Produktnamen, Herkunft des Besuchers oder bezogen auf bestimmte Keywords möglichst individuell die für einen Besucher einer Webseite anscheinend interessantesten Banner einzublenden. Idealerweise erzielt man damit dann einen Klick auf diesen Werbebanner.

Daphne Liska, „Senior Manager of Internet Marketing“ bei eBay: „Die Kampagne von 33Across war erfolgreicher als die normalen, standardmäßigen Online-Werbungen. Wir planen auch weiterhin die Daten aus den sozialen Netzwerken zu nutzen, um neue Kunden zu finden.“ Sprint, eine US-amerikanische Telekommunikationsfirma, arbeitete ebenso mit 33Across und konnte durch die neu gewonnenen Kunden in manchen Bereichen seine Online-Verkäufe vervierfachen.

33Across ist nur eines von einer Handvoll Startup-Unternehmen, deren Ziel es ist, die Unmengen von Internetbenutzerdaten auf den Social-Networking-Daten für die Zielgruppenwerbung zu nutzen. Sie alle verwenden komplizierte Algorithmen, um Verbindungen zwischen Verbrauchern zu verfolgen. 33Across sagt, dass sie 5 Milliarden Verbindungen im Auge behalten, um dann abzuwägen, wer als potentieller Kunde am ehesten in Frage kommt.

Wenig überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass die Nachverfolgung solcher Daten die Aufmerksamkeit von einigen Gesetzgebern und Regulierungsbehörden auf sich gezogen hat und von den Behörden mittlerweile genauer untersucht werden. Die Gesetzgeber machen sich Sorgen um die Privatsphäre im Internet und erklären eine entsprechende Gesetzgebung in den kommenden Wochen einzuführen, um die Taktiken der Webseiten an Daten zu gelangen, transparenter zu gestalten. „Das Ausmaß, in dem Werbeunternehmen Information der sozialen Medien verwenden, um Werbeanzeigen zu platzieren die für die Verbraucher nicht durchschaubar sind und sie auch nicht wissen wo die Quelle des Ursprungs liegt, könnte ein enormes Problem darstellen“, so Christopher Olsen, von der Federal Trade Commission.

Die Targeting-Unternehmen argumentieren damit, dass sie sich an die Industriestandards halten, die Informationen, die sie sammeln anonym sind und von individuellen Benutzern nicht nachverfolgt oder genutzt werden können. Industriehandelsgruppen haben damit begonnen, Standards einzuführen, die Verbraucher wissen zu lassen, wenn sie als Resultat einer Nachverfolgung durch eine Anzeige ins Visier genommen werden.

Tracking Cookies von 33Across  hat das Wall Street Journal auch auf folgenden Seiten gefunden: twitpic.com, auf der Musik-Webseite lyricsmode.com  oder der Gesundheitsseite righthealth.com. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen eMarketer prognostiziert, dass das Zielgruppen-Marketing in den USA bis zum Jahr 2011 mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar verschlingen wird. Im Jahr 2006 lag der Wert noch bei etwa 0,5 Milliarden Dollar.

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Kategorien: Onlinehandel allgemein, Recht & Sicherheit

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