Internationale Verkäufe sind Stiefkinder von eBay

Ein interessanter Leserbrief ist auf AuctionBytes veröffentlicht worden. Die Überschrift: Jetzt verstehe ich, warum so wenig eBay-Händler nach Übersee verkaufen wollen!

Der Autor des Briefes, selbst (amerikanischer) eBay-Händler, verkaufte im letzten Monat einen Artikel an einen Kunden in Belgien. Er verschickte die Ware direkt nach Zahlungseingang. Am 16. März, etwa 20 Tage nach dem Versand, erhielt er eine E-Mail vom Käufer, der sich beklagte, dass der Ausfuhrzoll und die Steuern sehr hoch gewesen seien, und dass er sich doch bitte daran beteiligen solle. Der Händler jedoch lehnte ab, bot ihm aber an das Paket einfach abzulehnen und dass er ihm bei Erhalt der Ware die Rückzahlung seines Geldes garantiere.

„Zehn Tage vergingen und ich hatte vom Käufer nichts gehört, bis ich negatives Feedback von ihm erhielt. Im Kommentar behauptete der angekommen sei (was nicht stimmte) und der Artikel beschädigt gewesen sei. Ich meldete die  negative Bewertungsabgabe bei eBay als Feedback-Erpressung. Denn für mich war klar: Der Käufer forderte, dass ich seine Steuern bezahle, und als ich ablehnte, hinterließ er negatives Feedback. Das war für eBay allerdings nicht Beweis genug. Nach vielen Anrufen und vielen hypothetischen Fragen wurde mir klipp und klar gesagt, dass die einzige Möglichkeit die Feedback-Erpressung zu beweisen darin bestünde, dass der Käufer sie zugibt.“

Drei verschiedene eBay-Verantwortliche bat der Händler das negative Feedback zu entfernen, aber jedesmal erhielt er die gleiche Antwort: „Selbst wenn der Käufer in einem Mail klar und deutlich versucht sie zu erpressen, gibt es keinen Beweis dafür, dass der Artikel nicht doch beschädigt war, ungeachtet der Tatsache, dass der Käufer bis zur Abgabe der Negativ-Wertung nichts davon verlauten ließ.“

Letztendlich war es so, dass nach allem Für und Wider, Hin und Her, die einzige Antwort des eBay-Kundendienst-Mitarbeiters lautete: „Schade, aber das ist der Preis, wenn man ein Geschäft betreibt.“

Bei allen Aufmunterungen und Beschwichtigungen, die eBay uns zugesandt hat, dass wir international verkaufen sollen, bleibt die jämmerliche Tatsache, dass Verkäufer eigentlich doch keinen Schutz haben. eBays Bestimmungen sind immer wieder wunderbar klingenende Werbeaktionen, die aber schlussendlich für Händler wertlos sind. Verkäufer seid vorsichtig!

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



Kategorien: Onlinehandel allgemein

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