Deutsche Wirtschaftsunternehmen fordern Hilfe von der Politik

figuren_koerperteile_015.jpgDeutsche Unternehmen verlangen von der Politik, aber auch von Google oder eBay, Hilfe im Kampf gegen illegale Produkte im Internet, so zu lesen in einem Beitrag auf Deutsche Welle- world.de.

Im Netz wird inzwischen alles angeboten, und meistens noch gratis. viele Dinge davon sind aber eigentlich untersagt. Plagiate von Markenartikeln oder Fälschungen von Kinofilmen sind Usus. Das Problem der Täterermittlung für Polizei oder Staatsanwaltschaft besteht jedoch in der Anonymität des Internets. Und so entstehen für die Wirtschaft jedes Jahr erneut Schäden, die in Milliardenhöhe liegen.

Deutsche Wirtschaftsverbände fordern nun von der Politik Hilfe in ihrem Kampf gegen illegale Offerten im World Wide Web. Die Unternehmen beklagen, dass nicht nur sehr viel Geld verloren geht, sondern auch, dass durch Verstöße im Netz ebenso die Kultur und Gesellschaft gefährdet sei.

Auf Filesharing-Portalen oder Streaming-Seiten kann man nahezu alle aktuellen Filme anschauen und dieses Angebot wird immer häufiger genutzt. Die Filmindustrie führt an, dass auf diesen Seiten der Jugendschutz nicht gewährleistet ist, da auf diesen Seiten rechtsextreme Propaganda, Gewalt verherrlichende Filme und jede Menge pornografischer Werke angeboten werden und eine Alterskontrolle in den meisten Fällen nicht stattfindet. Mit diesem Argument erhofft sich die Filmindustrie, dass sowohl Politik als auch die Justiz zu härteren Maßnahmen gegen die ungesetzlichen Online-Kinos zu bewegen ist. Jörg Weinrich vom Interessenverband des Video-und Medienfachhandels (IVD) erklärt hierzu: „Etwa einhundert Gewalt verherrlichende Filme sind derzeit in Deutschland verboten. Die finden sie dort alle. Der Jugendschutz wird dadurch komplett ausgehebelt.“

Auch der Markt für Online-Glücksspiel und –Wetten wächst stetig an, denn laut aktuellen Untersuchungen besuchen mittlerweile etwa 2 Millionen Menschen diese Webseiten. Ein großes Problem ist hier auch die häufig angesprochene Suchtgefahr.

Online-Auktionsplattformen stellen ebenso ein Problem für die Wirtschaft dar, denn Produktfälscher können hierüber fast ungehemmt auf der ganzen Welt ihre Waren anbieten und verkaufen. Sie selbst bleiben dabei verhältnismäßig anonym. Christian Köhler vom Markenverband e.V. schätzt, dass es alleine auf der Online-Plattform eBay etwa 4 Millionen an nachgemachten Erzeugnissen zu kaufen gibt. Das Opfer ist dann der Konsument, der im sich im ersten Moment noch über ein besonderes Schnäppchen gefreut hat.

Da die meisten Anbieter von Plagiaten ihren Firmensitz beispielsweise auf den British Virgin Islands angeben, sind Produktfälscher nur schwer ausfindig zu machen. Schon die Zustellung eines Gerichtsbescheides durch eine deutsche Behörde wird da zur Hürde. Christian Köhler vom Markenverband schlägt vor, dass zum Beispiel eBay selbst nach besonders preiswerten Artikeln suchen und diese dann löschen sollte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei so etwas um Originalwaren handelt, ist sehr gering.“ eBay jedoch argumentiert immer wieder, dass man nur Marktplatz-Betreiber und für die Waren auf der Plattform nicht verantwortlich sei, was Köhler als Argument nicht gelten lässt.

Auf der anderen Seite ist es so, dass eBay den Kampf gegen betrügerische Angebote verstärkt angeht. Auch hat sich eBay Hilfe im Kampf gegen die Kriminalität auf der Plattform geholt, um die organisierte Kriminalität online und offline stärker zu bekämpfen.

Jörg Weinrich vom IVD kritisiert die Suchmaschine Google: „Wer im Netz einen aktuellen Kinofilm bei Google sucht und das Wort ‚Download‘ eingibt, der findet unter den ersten zehn Treffern sicher eine illegale Version davon.“ Weinrich ist der Ansicht, dass Google illegitime Inhalte nicht mehr unter den ersten Suchresultaten anzeigen sollte, da sich dann die Nachfrage von alleine reduzieren würde. Allgemein sei aber die Resonanz bei den Internet-Firmen eher verhalten, was Kooperationen anbelangt. Zwar bieten die Gesetze bereits eine hinlängliche Grundlage, die Quote der Aufklärung ist dennoch gering. Weinrich glaubt auch den Grund hierfür zu kennen: „Wenn ich heute eine Anzeige in Potsdam einreiche, dann kann das kein Experte in Berlin bearbeiten, sondern nur der Staatsanwalt in Potsdam. Auch wenn der davon vielleicht gar keine Ahnung hat.“ Aus diesem Grund verlangen betroffene Wirtschaftsverbände, dass eine bundesweite Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für den Bereich der Internetkriminalität eingerichtet wird.

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