Deutscher Mittelstand verschläft Electronic Sourcing

Statt die Vorteile des Electronic Sourcing zu nutzen, hält der deutsche Mittelstand an veralteten Beschaffungsmethoden fest – und riskiert seine Wettbewerbsfähigkeit.

Während die meisten Unternehmen in den USA das Internet schon lange als Beschaffungskanal einsetzen, fristet Electronic Sourcing in Deutschland ein regelrechtes Nischendasein. „Nicht mehr als zehn Prozent der Mittelständler nutzen elektronische Ausschreibungen als Bestandteil ihrer strategischen Beschaffung“, schätzt Stefan Bachmann, General Manager für die EMEA-Region bei MFG.com, dem weltweit größten Sourcing-Marktplatz für das produzierende Gewerbe.

„Nach wie vor stellen wir eine kritische Haltung der Industrie gegenüber Electronic Sourcing im Internet fest, obwohl die Technologie international seit vielen Jahren erfolgreich genutzt wird. Es ist uns ein Rätsel, warum gerade der deutsche Mittelstand so zaghaft mit Electronic Sourcing umgeht“, unterstreicht Bachmann.

Dabei bietet ein Sourcing-Marktplatz zahlreiche Vorteile: Einkäufer können auch komplexe und maßgeschneiderte Produkte oder Teile schneller, kosteneffizienter und in höherer Qualität beschaffen; Lieferanten andererseits sind in der Lage, ihre Produkte schneller an den Markt zu bringen und die Auslastung ihrer Produktion zu optimieren. „Jeder kann sich seine Partner sehr genau aussuchen, und niemand ist gezwungen, Produktionsdetails preiszugeben“, nimmt Bachmann vielen Mittelständlern die Angst vor Ideenklau. „Der Schutz des geistigen Eigentums bleibt auf modernen Sourcing-Plattformen jederzeit gewahrt“.

Der gesamte Beschaffungsprozess wird mit Electronic Sourcing deutlich effizienter – angefangen von der Erstellung einer Ausschreibung über die Auswahl eines qualifizierten Lieferanten bis zur sicheren Zahlungsabwicklung. Gemessen daran sind Besuche auf Messen, Recherchen in Katalogen oder Kontaktaufnahmen per Telefon unverhältnismäßig zeit- und kostenintensiv. „Genau das ist das Problem: Wer im globalen Markt gegen harte und innovative Wettbewerber aus den USA, China und vielen anderen Ländern bestehen will, muss sich von alten Zöpfen trennen und darf die Trends nicht verschlafen, denn damit riskiert er sehr schnell seine Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Bachmann. „Auch der deutsche Mittelstand ist hiervon nicht ausgenommen.“