Amazon will seinen Händlern Verkaufspreise vorschreiben

Amazon ändert zum März die Geschäftsbedingungen und versucht sich auf der deutschen Webseite in einer Erklärung zu den Änderungen. Für Marktplatz-Händler gilt ab diesem Zeitpunkt bei Amazon Preisparität. Amazon will damit verhindern, dass Händler ihre Produkte auf anderen Vertriebswegen preiswerter anbieten. Ist das bereits der Fall, müssen die Amazon-Preise nun gesenkt werden.

Preisparität für die professionellen Amazon-Händler heißt:

Ihre Angebote für jeden einzelnen Artikel, den sie auf Amazon.de anbieten, müssen mindestens so günstig sein wie das günstigste aller Angebote, zu dem die Verkäufer diesen Artikel über ihre anderen nicht ladengeschäftgebundenen (eigene Webshops zum Beispiel) Vertriebskanäle anbieten.  Egal welches Produkt der Händler anbietet, der Artikelpreis und der Gesamtpreis (Gesamtbetrag, den ein Konsument zahlt, einschließlich Versandkosten und anderer Faktoren wie Rabatte oder Preisnachlässe aus Werbeaktionen, jedoch ohne Steuern) müssen beim Angebot über Amazon.de gleich günstig oder günstiger sein.

Die Händler sehen hierin einen illegitimen Eingriff in ihre Preiskalkulation.

Wem es bis zum 31. März 2010 nicht möglich die Preisänderungen entsprechend vorzunehmen, dem wird eine Frist bis zum 1. Mai 2010 gewährt.

Auf der Amazon Website begründet die Online-Plattform die Änderung damit, dass dies das Kundenvertrauen stärkt, was zu mehr Käufern und damit zu mehr Umsatz führen und so den Wert von Amazon.de Marketplace für Verkäufer erhöhen kann.

Kritiker sehen das allerdings anders. In ihren Augen hat Amazon sich zu dem Schritt entschieden, damit die Händler nicht auf den Amazon-Webseiten auf sich aufmerksam machen und die Kunden dann doch über die Webshops der Partner kaufen, weil die Verkäufer in diesen Online-Shops nicht die Amazon-Verkaufsgebühren aufschlagen müssen.

Unter den Amazon-Händlern regt sich auch schon Unmut. Zwar kann, wer weiterhin bei Amazon.de verkauft, von der Reichweite der Online-Plattform profitieren, aber die Möglichkeit bei der Preisgestaltung von Mitbewerbern, die über andere Vertriebskanäle ihre Waren anbieten mitzuziehen, ist nicht mehr gegeben. Bleibt abzuwarten wie viele der Händler Preisreduzierungen vornehmen, beziehungsweise in welcher Anzahl sie ihre Angebote auf Amazon.de löschen werden.

Amazon stellt jedenfalls ganz deutlich fest:

„Verkäufer, die nicht bereit sind, Preisparität zu bieten, sollten ihre Angebote entfernen, da Verkäufer, die unsere Geschäftsbedingungen nicht einhalten, das Recht auf Amazon.de zu verkaufen verlieren werden“.

Die Änderung der Geschäftsbedingung gelten nicht nur für die deutsche Plattform, sondern auch für Amazon.co.uk und Amazon.fr Marketplace. Auf außereuropäischen Marktplatz-Plattformen werden diese Anforderungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeführt, so Amazon.


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