Unterschiedliche eBay Kategorien ziehen Kunden mit verschiedenen Erwartungen an

Chris Dawson von Tamebay, bisher eher neutraler Beobachter des Online-Marktplatzes eBay, scheint sich in nächster Zeit von eBay zurückziehen zu wollen. So jedenfalls berichtet er in seinem Newsblog. Dawson erklärt, dass sein Rückzug nicht deshalb stattfindet, weil er zu wenig Profit auf eBay gemacht hat, sondern weil eBay ihn zur Aufgabe seines Business zwingt.

Dawson hat über Jahre hinweg mit gebrauchten Computern und Zubehör auf eBay gehandelt, doch letztes Jahr musste er hier Einbußen hinnehmen. Um seinen Lebensunterhalt sichern zu können, eröffnete er ein separates eBay-Business mit einer neuen User-ID und einem neuen eBay-Shop. Er bot darüber Second-Hand-Bekleidung an. Über mehrere Monate hinweg florierte sein Geschäft und schnell erhielt er den PowerSeller-Status und als der Verkäufer mit Top-Bewertung eingeführt wurde, qualifizierte er sich sofort mit seinen beiden User-IDs.

Als eBay dann zur Disqualifikation vom Status besonders niedrige DSR berücksichtigte, sah die Sache schnell anders aus. Während sein Computer-Business keine niedrigen detaillierten Verkäuferbewertungen aufwies, hatte seine Bekleidungs-ID einige niedrige Scores in den DSRs und schnell verlor Dawson den Status des Händlers mit Topbewertung. Die niedrigen Scores datierten vom Jahr 2009/Monat Juli, lange bevor eBay ankündigte niedrige DSRs mit in die Bewertung einzubeziehen.

Jetzt, so schreibt Chris Dawson, befindet er sich in der misslichen Lage, dass ab dem 1.April 2010 sein Account, basierend auf den Daten von Juli 2009, „unter dem Standard“ liegen wird und er in der Suche auf die unteren Plätze „verwiesen“ wird. Und das alleine wegen der niedrigen Bewertungen, die er erhalten hat, bevor eBay die Regeln änderte.

Für ihn gibt es nun nur 3 Optionen:

  1. „Ich könnte versuchen, meine Verkaufszahlen erhöhen, was aber schwer zu managen sein wird. Ich möchte auch keine geringwertigen Artikel verkaufen nur um meine Transaktionen auf 400 pro Quartal zu erhöhen.
  2. Ich könnte eine meine zahlreichen ruhenden eBay-User-IDs verwenden, die Artikeleinstellungen verschieben und innerhalb eines Monats wieder Top-Verkäufer sein. Hierauf bin ich aber nicht scharf, denn ich weiß nicht, wann eBay seine Regeln wieder ändert und auch diese Nutzer-ID dann ruiniert ist.
  3. Ich könnte auch mein Business bis zum Juli 2010, wenn die alten DSRs hinfällig sind, einfach ruhen lassen und dann wieder mit dem Verkaufen beginnen.

Keine diese Möglichkeiten sind jedoch attraktiv, sodass ich den Account fallen lassen werde und den eBay-Shop schließe.“ Es gibt eine Menge an Lektionen zu lernen, von denen die wichtigste ist: Sich mehrere Standbeine aufzubauen. Man darf sich nicht nur auf ein einziges eBay-Geschäft verlassen, wenn man nicht weiß, wann und wie die Regeln geändert werden.

Glücklicherweise habe ich einige neue Online-Einnahmequellen, die in diesem Jahr zum Tragen kommen werden, sodass es mich finanziell nicht ruiniert, wenn ich ein eBay-Business schließe. Ich kann allen eBay-Händlern nur empfehlen, sich zusätzlich andere Vertriebskanäle zu suchen, um sich vor den eBay-Regeländerungen zu schützen, die dann letztendlich dazu führen, dass man sein Geschäft aufgeben muss.

Die andere Lektion ist die, dass eBay endlich zuhören muss. Verschiedene Kategorien scheinen Kunden mit verschiedenen Erwartungen anzuziehen. Denn so wie es auch bei mir war, bringt mir die eine Nutzer-ID hervorragende Bewertungen, während die andere, in der ich lediglich mit einem anderen Produkt handele, aber genau den gleichen guten Service biete, vernichtend bewertet wird. Ich denke, dass es sehraufschlussreich sein würde, Durchschnitts- DSRs auf einer „Kategorie zu Kategorie-Basis“ zu messen und genauso Neuwaren gegen gebrauchte Artikel aufgesplittet zu sehen. Wenn eBay nicht anfängt, durchschnittliche DSRs auf einer „Kategorie zu Kategorie-Basis“ zu messen, werden vermutlich noch viel mehr Verkäufer gezwungen sein die Seite zu verlassen, oder zumindest ihre Produktpalette zu ändern.


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