Löst eBay-Bucks das Problem der hohen Versandkosten?

Lissa McGrath hat sich auf AuctionBytes.com dem Thema: “Zusammenhang zwischen dem amerikanische eBay-Bucks-Programm und exzessiven Versandkosten und Bearbeitungsgebühren” gewidmet.

Seit Jahren schon versucht eBay seine Händler von zu hohen und ungerechtfertigten Versandkosten abzuhalten, und jetzt könnten sogar die Käufer mit in die Gleichung gebracht werden. eBay verlangt Gebühren nur auf den Verkaufspreis, Versandkosten sind nicht eingeschlossen. Wenn ein Händler also seinen Artikel für 99 Cent verkauft und 20 Dollar Portokosten verlangt, dann erhält eBay seine Provision auf 99 Cent und nicht auf die gesamten 20,99 Dollar, die der Käufer bezahlt hat.

eBay hat schon verschiedene Taktiken ausprobiert, um Händler dazu zu bewegen, niedrige Portokosten oder gar Gratisversand anzubieten, einschließlich der Forderung einer Versandoption unter einem bestimmten Preis in verschiedenen Kategorien, oder der Anreiz eine bessere Platzierung in der Suchabfolge „Beliebteste Artikel” zu erhalten, wenn Gratisversand angeboten wird.

In der Vergangenheit war es einem Käufer vielleicht egal, ob er 5 $ für den Artikel und 15 $ für das Versenden, oder 20 $ für den Artikel bezahlte und dafür Gratislieferung erhielt. Die Gesamtkosten waren dieselben für den Käufer. Warum sollten sie sich darum sorgen, ob eBay die vollen Gebühren bekam?

eBay- Bucks, das Bonusprogramm für Käufer bei eBay USA, könnte das ändern. Denn eBay-Käufer, die über PayPal ihre Rechnung begleichen, können sich über eBay-Bucks eine Belohnung verdienen: Der Käufer erhält dann nämlich 2% des Verkaufspreises (bis maximal 200 Dollar pro Artikel und maximal 500 Dollar innerhalb der Qualifikationsperiode). Am Ende des Quartals stellt eBay ein eBay-Bucks Zertifikat aus und der Käufer kann seine “Bucks”, umgangssprachlich für Dollar, im nächsten Quartal für neue Einkäufe bei eBay nutzen. Lieferkosten wie gesagt, werden dem Bucks-Programm nicht zugerechnet.

Der Käufer hat also jetzt eher einen Grund, den Artikel für 20 Dollar ohne Portokosten zu kaufen, als den um 5 Dollar mit Lieferkosten. Denn im ersten Beispiel erhält der Käufer 40 Cent, im zweiten Beispiel sind es nur nur 10 Cent.
Auf den ersten Blick hört sich das nach wenig an, aber wenn ein Kunde höherpreisige Waren kauft oder auch in einem Quartal sehr viel einkauft, was wird er dann wohl wählen? Das ist das erste Mal, dass eBay Käufer an dem Problem exzessive Versandkosten (indirekt) teilhaben lässt und unter Umständen ist diese Taktik sehr viel wirksamer als alle vorangegangen Programme und Forderungen.

Sobald das eBay-Bucks-Programm erst einmal etabliert ist und die Käufer realisieren, wie viele Bucks sie verdienen können, werden die Händler, die den kostenfreien (oder erheblich erniedrigten) Versand anbieten wahrscheinlich für ihre Waren auch höhere Preise verlangen können. Momentan ist das Programm noch in der Betaphase, doch immer mehr eBay-Nutzer werden eingeladen an eBay Bucks teilzunehmen.
Lissa McGrath ist Autorin mehrer eBay-Bücher, wie z.B. “The Complete Idiot’s Guide to eBay” (Alpha, 2007); “The Pocket Idiot’s Guide to eBay Motors” (Alpha, 2008); und “20 Questions To Ask Before Selling On eBay” (Career Press, 2006).

Teilnahmebedingungen zu eBay Bucks


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