eBay warnt vor dem Kauf des Antiadipositums Alli

Nachfolgende Ankündigung hat eBay auf dem eBay.com Announcement Board veröffentlicht: „Die Food und Drug Administration (FDA) [die Behördliche Lebensmittelüberwachung und die Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten] hat eine Verbraucherwarnung zu Alli herausgegeben, einem [rezeptfreien] Mittel zur Gewichtsreduktion, das auf vielen Webseiten und Suchmaschinen zu finden ist. eBay arbeitet eng mit der FDA und anderen Behörden zusammen, um die eBay-Webseite sowohl für die Händler als auch die Käufer sicher zu gestalten. Als Vorsichtsmaßnahme für die Nutzer möchte eBay, dass alle Verkäufer und Käufer von der vor kurzem herausgegebenen Warnung* der FDA erfahren. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten empfiehlt eBay den potentiellen Käufern und Verkäufern von Alli sich vor dem Kauf die Warnung der Behörde anzuschauen.

In diesem Zusammenhang möchten wir die eBay-User bitten sich unsere Reglement-Seite zum von Food and Healthcare Artikeln durchzulesen.“

*Die US-Arzneimittelbehörde FDA informiert in seiner Warnung über eine ungewöhnliche Fälschung des Schlankheitsmittels Alli. Die Produkte, die in ihrer äußeren Aufmachung nur schwer vom Original von GlaxoSmithKline (GSK) zu unterscheiden waren, enthielten anstatt des Alli-Wirkstoffs „Orlistat“ die Substanz Sibutramin, so Analysen der Herstellerfirma Glaxo Smith Kline.

Im Gegensatz zu Alli (Orlistat), das seit April 2009 auch in Europa ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden darf, ist Sibutramin (Reductil) rezeptpflichtig, und dies aus gutem Grund:
Sibutramin ist der Wirkstoff des Antiadipositums Reductil von Abbott. Die FDA wies auf die bestehenden Gegenanzeigen sowie Wechselwirkungen des Mittels hin. Sibutramin ist unter anderem nicht für Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Tachykardie oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit geeignet.
Das alles dürfte den Online-Nutzern nicht bekannt sein, die Alli in der Hoffnung auf eine gute Wirkung kaufen. Sibutramin ist gegenüber Orlistat, das im Darm die Lipase hemmt, das wirkstärkere Mittel. Leider ist es aber auch die gefährlichere Wahl, weshalb die FDA vor der Einnahme der gefälschten Ware warnt.

Die Produkte seien ausschließlich über Online-Auktionshäuser veräußert worden, sagte ein Glaxo Smith Kline-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Bisher gebe es auch keine Hinweise darauf, dass die Produkte auch in Apotheken oder im Einzelhandel verkauft wurden. Der Sprecher wies darauf hin, dass Alli in Europa nicht in der betroffenen Packungsgröße mit 120 Kapseln auf dem Markt ist.

Laut der FDA seien die Fälschungen möglicherweise an der Form des Medikamentenfläschchens (etwas größer mit verändertem Verschluss), seiner Versiegelung (Aufdruck fehlt), am Inhalt der Kapseln (Puder statt Pellets), an der fehlenden Chargennummer oder am Verfallsdatum (enthält bei der gefälschten Ware auch den Monatstag) erkennbar.

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