Die Fronten zwischen eBay und Craigslist verhärten sich

Der Streit zwischen eBay und Craigslist ist noch nicht zu Ende und es sieht so aus als würden sich die Fronten immer mehr verhärten. Mitarbeiter des Unternehmens eBay haben, so der eBay-Anwalt Brian Levey, interne Informationen aus dem US-Kleinanzeigensystem Craigslist abgezogen und diese dazu verwendet, die eigene Kleinanzeigen-Plattform Kijiji aufzubauen.

eBay-Anwalt Brian Levey, der am Mittwoch vergangener Woche als Zeuge vor einem Gericht in Georgetown /Delaware im Rahmen des Prozesses, den eBay gegen Craigslist führt dazu jedoch erklärt: „Die Weitergabe der Craigslist-Informationen innerhalb von eBay waren durch die Vereinbarungen im Vertrag gedeckt, da man schließlich die Informationen nicht an Dritte weitergegeben hatte.“ Rechtsanwalt Levey war einer der Arrangeure des Kaufs der Anteile an Craigslist im Jahr 2004. Der Anwalt der Gegenseite, Michael Clyde konfrontierte Levey dann mit einer E-Mail, die dieser an eBay-Mitarbeiter versandt hatte, die damals an der Entstehung von Kijiji gearbeitet hatten. In der Mail waren interne Finanzdaten von Craigslist über mehrere Jahre hinweg dargestellt. Levey argumentierte allerdings wieder, dass die Daten nicht öffentlich gemacht worden seien und damit auch die entsprechenden Verträge zwischen eBay und Craigslist nicht verletzt wurden.

Der Gründer des Kleinanzeigenportals Craigslist, Craig Newmark, erklärte jedoch vor Gericht, so Berichte in den amerikanischen Medien, dass er eBay  niemals erlaubt habe, vertrauliche Daten für den Aufbau des konkurrierenden Portals Kijiji zu verwenden. Aus diesem Grund habe er sich auch gleich zu Beginn des Einstiegs von eBay von den Verantwortlichen betrogen gefühlt. Garrett Price, 2004 ebenfalls eBay-Unterhändler im Craigslist-Deal erklärte, dass er persönlich den Craigslist-Verantwortlichen nach eBays Einstieg mehrfach mitgeteilt hätte, dass eBay in Übersee in den Internet-Kleinanzeigenmarkt einsteigen wolle, gleichzeitig aber auch bei eBay gehofft habe, dass Craigslist diesen Part in den USA übernehmen werde.

Craigslist-Geschäftsführer James Buckmaster und Gründer Craig Newmark hatten eBay vorgeschlagen, eine Abmachung zu unterschreiben, nach der sich die beiden Unternehmen auf dem US-amerikanischenMarkt nicht gegenseitig Konkurrenz machen dürften. Das jedoch lehnte Garrett Price in einer Mail vom Juni 2004 an die damalige eBay-Chefin Meg Whitman ab. Newmark wies die Darstellung von den vor Gericht erschienen eBay-Zeugen zurück, wonach das Auktionshaus von Beginn an klar gemacht habe, dass es Informationen für das eigene Projekt nutzen wolle. Die damalige eBay-CEO Meg Whitman habe ihm ausdrücklich versichert, so Newmark, dass eBay sich im Zeitraum von 3 Jahren mit einem Anteil von 28% an Craigslist zufrieden geben und keine Versuche zur Akquisition unternehmen werde.