Eine Reise in die Welt der Online-Versteigerungen

Alina Tugend hat sich in einem Artikel in der New York Times über Versteigerungen ausgelassen. Für alle, die wie Tugend ein Newcomer bei Auktionen sind, sind ihre Ausführungen sicher lesenswert. „Ich wagte mich nur etwa ein halbes Dutzend Mal in die Welt der Online-Auktionen, also kann man sagen, dass ich ziemlicher Amateur bin. Aber für mich war es vor allem eine dienliche Erfahrung: Ich fühlte diesen Reiz des Überbieten und zu gewinnen, und meine Bestellungen kamen fast immer pünktlich und in gutem Zustand an. Ich hatte auch ein paar Probleme – einen Schreibtisch, den ich ersteigerte, der kam nie an und meine Mails an den Verkäufer wurden nie beantwortet. Da ich aber mit meiner Kreditkarte bezahlt hatte, war auch das kein richtiges Problem, denn am Ende hatte ich kein Geld verloren. Dann aber haben mein Mann und ich ein Tee-Set auf eBay angeboten und verkauft und ich tat etwas wirklich Dummes – da es so teuer war das Set mit UPS nach Kalifornien zu verschicken, habe ich den normalen Postweg gewählt, jedoch ohne Zustellungsbestätigung. Der Käufer behauptete das Set nie erhalten zu haben, zurückbekommen habe ich es auch nicht und jetzt sitzt da draußen irgend jemand und genießt seinen Tee mit einem schönen, kostenlosen, silber-plated englischem Tee-Set. Lektion gelernt! Vor kurzem kehrte ich in die Welt der Internet-Versteigerungen zurück und war durch die Anzahl der Versteigerungs-Plattformen überfordert. Neben dem Giganten eBay gab es auf einmal hunderte andere Plattformen wie auctions.overstock.com, eBid.net, CQout.com und uBid.com oder auch Seiten, die sich auf bestimmte Gegenstände spezialisiert hatten WineBid.com, LabX.com, JustBeads.com. Sedo.com oder Bid4Assets.com.

„Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Geld mit Online-Auktionen zu verlieren“, sagte Sally Greenberg, Executive Direktor der National Consumers League, einer gemeinnützigen Gruppe. Sie erzählt folgende Geschichte als Beispiel: Ein Mann kaufte ein überholtes Flugzeugtriebwerk auf eBay für $ 9.000 plus $ 375 für Porto und Verpackung. Der Käufer schickte einen $ 1.000 Scheck in „Treu und Glauben“ per Banküberweisung, gefolgt von einem Cashier-Scheck über 8.500 Dollar zu der Händler-Adresse in Kalifornien. Der Scheck wurde sofort eingelöst, und sie ahnen schon, das Triebwerk ist beim Käufer nie angekommen. Der Käufer hat zwar Antworten auf seine Mails bekommen, in denen stand – der Motor ist an die falsche Adresse ausgeliefert worden, oder, das Treibwerk ist während des Versands kaputt gegangen. Dann aber schwieg der Verkäufer. Der Käufer sah sein Geld nie wieder. Mit all den Möglichkeiten, Geld zu verlieren, ist es kein Wunder, dass Online-Auktions-Betrug auf Platz 13 in einer Verbraucher Studie liegt, die sich mit den größten Problemen der Konsumenten beim Online-Shopping im Jahr 2008 befasste. Nummer 1 war übrigens der Identitäts-Diebstahl.

Während es enorme Vorteile bei Internet-Auktionen gibt – man findet Dinge, die man woanders nicht erhält – die Möglichkeit des Betrugs ist schier endlos. Deshalb ist es sehr wichtig, Geschäfte nur mit vertrauenswürdigen Händlern zu tätigen. Das ist oft nicht einfach, doch kann man ein wenig Grundlagenforschung betreiben, es gibt zum Beispiel viele Blogs, in denen betrügerische Verkäufer geoutet werden. Im vergangenen Jahr zeigte der Consumer Report über ihre WebWatch Abteilung auf, dass 27% der 2008 in New York befragten Personen bereits mit betrügerischen Machenschaften bei Versteigerungen konfrontiert wurden. Das häufigste Problem war die Ware nie erhalten zu haben (11%), bei 7% wurden die Produkte nicht in dem Zustand geliefert, in dem sie versprochen wurden. Dennoch erklärten nur 12%, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen das Bieten bei Auktionen eingestellt hätten.

Die Federal Trade Commission bietet auf ihrer Webseite einige gute Tipps, was man bei einer Online-Auktion beachten sollte: Machen Sie sich damit vertraut wie Auktionen ablaufen und funktionieren. Gehen Sie davon aus, dass die Regeln für Versteigerungen auf den verschiedenen Auktionsseiten unterschiedlich sein können. Achten Sie genau worauf sie bieten. Zusätze wie gebraucht, außer Handel z.B sind wichtig. Überprüfen Sie das Feedback des Anbieters. Aber auch hier muss man sich dessen bewusst sein, dass positives Feedback von Händler selbst geschrieben worden sein kann und negatives Feedback vielleicht von einem Konkurrenten stammt. Von Bedeutung ist auch, ob es einen Kundenservice auch nach dem Erwerb gibt, wie es mit der Garantie oder dem Retourenservice des Verkäufers aussieht. Setzen Sie für sich eine Obergrenze beim Preis fest und bleiben Sie auch dabei, denn Spassbieter gibt es viele und die wollen nur den Preis hochtreiben. Schauen Sie sich genau die Bezahlmethoden des Händlers an und welchen Käuferschutz sie haben. Am besten sollte man per Kreditkarte oder einen Online-Bezahldienst wie PayPal seine Rechnung begleichen, da hier ein Käuferschutz gewährleistet ist. Oft jedoch, gerade bei hochpreisigen Artikeln möchte der Händler in bar oder einem Äquivalent bezahlt werden, wo dann wiederum auch Treuhandservices ins Spiel kommen. Brandon Abbey, Präsident von Escrow.com, ein Treuhandservice der von eBay empfohlen wird, regt an, einen solchen Dienst für Auktionen zu nutzen, die über 500 Dollar liegen. Sein Unternehmen behält das bezahlte Geld ein, bis der Käufer seine Ware erhalten hat und bestätigt, dass alles so ist wie erhofft. Die einbehaltenen Gebühren der Gesellschaft liegen zwischen 1 und 3% des Gesamtbetrages. Kommt das Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer nicht zustande, erstattet Escrow.com den Betrag abzüglich der zu zahlenden Gebühren zurück. Aber Vorsicht, denn Treuhand-Services schießen wie Pilze aus dem Boden und nicht alle sind echt, weshalb eBay Ratschläge zum sicheren Einsatz der Treuhand-Dienste herausgegeben hat.

Fazit meines Ausflugs in die Online-Versteigerungswelt: Es ist nicht schwer Informationen über den richtigen Umgang mit der Internet-Welt zu finden. Der Trick ist, man muss sie einfach nur lesen und verinnerlichen.

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