Findet Skype bald seinen neuen Besitzer und eBay damit seine Ruhe?

Chris O’Brien, Kolumnist bei den Mercury News hat sich in einem Artikel mit der vielleicht bald zu Ende gehenden Geschichte um Skype befasst. Im Mittelpunkt des Berichtes steht Michelangelo „Mike“ Volpi, 42, bis vor kurzem noch einer der wichtigsten Männer im Silicon Valley. Wie wir bereits berichtet hatten (Skype wechselt den Besitzer), will eBay 65% der Anteile seines Telefonieanbieters Skype an eine Gruppe von Investoren verkaufen. Da Meg Whitman bei dem Kauf von Skype aber vergessen hatte die zugrunden Lizenzrechte mit zu erwerben, wurde Skype, und damit indirekt auch das Unternehmen eBay dauerhaft von Joltid, dem Unternehmen von Friis und Zennström abhängig. Joltid hatte bereits im Frühjahr 2009 gegen Skype geklagt. Auch hieß es im April 2009, dass die Skype Gründer Janus Friis und Niklas Zennström Finanzmänner für einen Rückkauf von Skype gefunden hätten.

Als eBay dann bekannt gab, Skype an eine Investorengruppe, die nicht zu Friis und Zennström gehört, verkaufen zu wollen, klagten die beiden Skype-Gründer in der Folge auch in den USA gegen eBay. Wenige Wochen später klagte das Unternehmen Joost, das ebenfalls von Friis und Zennström gegründet worden war, gegen Mike Volpi, den ehemaligen Chief Executive Officer von Joost und dessen neue Dienstherren Index Ventures. Pikanterweise ist Index Ventures einer der geplanten Investoren bei dem bevorstehenden Skpye Deal.

Doch welche Rolle spielt Volpi in den ganzen Wirren? O‘Brien fasst unter anderem folgendes zusammen: Mike Volpi war seit 2007 Geschäftsführer bei Joost, einem Video-Portal. Joost scheiterte dann nach und nach an dem Ausbleiben von Verträgen aus der Medienbranche. Nachdem Volpi im Juni 2009 Joost verlassen hatte, muss sich das Unternehmen in einer solch hoffnungslosen Situation befunden haben, dass das Unternehmen ein rein technischer Dienstleister wurde. Mike Volpi war in der ganzen Zeit nicht untätig, denn mittlerweile ist bekannt geworden, dass Volpi für den Vertrag zwischen eBay und Index Venture, was den Skype Verkauf anbelangt, zuständig war. Ferner plante er ebenso seinen Posten als CEO von Skype. Mit einem Index Partner, Danny Rimer wechselte er verschiedene E-Mails, deren Inhalt sich auf dieses Thema bezogen. Dummerweise, oder warum auch immer, benutzte Volpi für den Schriftverkehr sein offizielles E-Mail-Konto bei Joost, was selbst Rimer aufgestoßen ist, denn er schrieb in einer Mail von 13. Mai 2009: „Let’s discuss this later and btw, we should use your perso[nal] address for this ;).“ Für Joost war es natürlich ein Leichtes die Korrespondenzen nachzuvollziehen und diese vor Gericht gegen Volpi auszuschlachten. Volpi wird mittlerweile als klarer Verlierer angesehen und Zennström und Friis werden alles dafür geben, nun doch noch Skype zurückkaufen zu können. Hier kommt dann auch eBay wieder ins Spiel, denn die Frage, die sich stellt: Muss Skype, wenn es keine andere Lösung gibt, auf eine neue technische Basis gestellt werden, was nicht ganz auszuschließen ist, was aber technische Probleme aufwerfen könnte, oder ist eine Einigung mit den Skype-Gründern möglich, und was wird dieses Szenario eBay dann wieder kosten?

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