John Donahoe im Interview zum Verkauf von Skype

skype.jpgJohn Donahoe, CEO von eBay, hat sich in einem Interview auf CNBC News den Fragen von Jim Goldmann (Silicon Valley Bureau Chief) und dem Reporter Dennis Neil zum Skype-Verkauf gestellt. Nachfolgend Auszüge aus dem Interview:

Jim Goldman erklärt, dass der schnelle und doch noch gewinnbringende Verkauf von Skype, mindestens für genauso viele Schlagzeilen sorgt, wie die Akquisition im Jahr 2004. John, wie fühlen Sie sich nach dem Verkauf von Skype, das ja in der Vergangenheit einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat?

John Donahoe:  Wir sind hoch erfreut und glauben fest daran, dass Skype in der Zukunft sehr viel Erfolg haben wird. Ich selbst habe ja auch nie an Skype gezweifelt und es immer als gutes Stand-Alone-Business angesehen. Unser Problem lag eher darin, dass wir keinen Weg fanden, Skype und die anderen eBay-Business-Zweige miteinander zu verbinden. Es gab keine Möglichkeit des Zusammenspiels.

Jim Goldman:  Sie erhalten 1,9 Milliarden US-Dollar für Skype, das mit 2,75 Milliarden Dollar bewertet wird. Was kann die neue Investorengruppe besser machen als eBay und wie können die neuen Besitzer Erfolge erzielen, was eBay nicht gelungen ist?

John Donahoe: Ich bin der Meinung, dass eBay sehr wohl sehr viel mit und für Skype erreicht hat und den Telefonieanbieter gut positioniert hat. Skype wies im 2. Quartal 2009 eine Gewinnspanne von 23% auf und die User-Rate ist um immerhin 72% angestiegen. Ich denke, dass wir Skype für die Zukunft bestens ausgerichtet haben. Die Investorengruppe wird darauf aufbauen und seinen Fokus einzig und alleine auf Skype richten. Zumal man nicht vergessen darf, dass in der Gruppe die weltweit allerbesten Technologie-Päpste vereint sind. Sie können das Unternehmen so führen, dass Skype den Service bekommt, den es verdient.

Dennis Neil: John, warum haben Sie nicht noch abgewartet und sind wie vorgesehen mit dem Unternehmen an die Börse gegangen. Haben Sie in den Aktienmarkt der Zukunft so wenig Vertrauen?

John Donahoe: Oh nein, daran liegt es bestimmt nicht. Wir hatten sogar schon unser Banken-Team perfekt und die meisten notwendigen Vorbereitungen für einen Börsengang getroffen.Vor 4 bis 6 Wochen allerdings kam die Investorengruppe mit ihrem Angebot auf uns zu und erläuterte uns ihre Pläne und Strukturen. Nach reiflicher Überlegung stellten wir dann fest, dass uns dadurch wieder bessere Möglichkeiten gegeben sind uns auf unsere Kerngeschäfte – eBay und PayPal – zu konzentrieren und daher der Verkauf die optimale Lösung ist. Besser als ein Börsengang.

Jim Goldman: John, noch eine kurze Frage. Angeblich, so berichtete die New York Times, war Google auch an Skype interessiert, hat aber wegen der Lizenzstreitigkeiten sein Angebot zurück gezogen. Stimmt das, und was halten die neuen Eigner von dem Rechtstreit um die Lizenzen?

John Donahoe: Als wir von dem Lizenzstreit hörten, sind wir damit sofort an die Öffentlichkeit gegangen und haben es mitgeteilt. Fast zeitgleich habe ich auch den Börsengang verkündet. Und, dass ausgerechnet hochqualifizierte Technologie-Asse Skype zu dem Preis gekauft haben, zeigt doch, dass sie an die Zukunft und die Chancen von Skype glauben, und im Speziellen auch den Lizenzstreitigkeiten gelassen entgegensehen.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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