Lizenzstreit erschwert den Börsengang von Skype

Skypes Börsengang könnte sich deutlich verzögern, so berichteten wir vor genau einem Monat über die eBay-Tochter Skype und den geplanten Börsengang. Wie John Donahoe verlauten ließ, plante das Internetauktionshaus eBay, seine Tochter Skype bis Mitte 2010 in ein separates börsennotiertes Unternehmen umzuwandeln. Erheblicher Widerstand gegen diese Pläne kommt dagegen von den Skype-Gründern Zennström und Friis, die immer noch einige Rechte an der Technologie des VoIP-Dienstes halten.

Der Konzern eBay, der im Jahr 2008 einen internationalen Umsatz von über 8,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, verklagt die Joltid Ltd., eine Firma, die im Besitz der Skype-Gründer steht, nun auf Herausgabe der restlichen Rechte am Code der Software. Damit gerät das Unternehmen eBay nun in einen wahrhaftigen Streit um Lizenzen mit den Gründern von Skype, woraus eBay eine ungewöhnliche Konsequenz zieht: eBay möchte die Skype-Technologie nämlich komplett ändern und mit einer neuen Software auf dem Markt auftreten. Der sogenannte Plan B, eBays Plan B, wurde dadurch bekannt, dass eBay einen vom Gesetz her vorgeschriebenen Fragebogen der SEC (United States Securities and Exchange Commission), der US-Börsenaufsicht, jetzt beantwortet zurückgeschickt hat.

Schon jetzt kursieren auf verschiedenen Internet-Portalen Gerüchte über die Namensgebung für die neue Telefonie-Software. Analysten sprechen allerdings davon, dass das Skype-Remake aufsehenerregend floppen könnte, da es schlichtweg nicht funktionieren und noch dazu hohe Kosten verursachen würde. Selbst eBay beurteilt seine eigenen Bemühungen kritisch: „Solch eine Entwicklung ist möglicherweise nicht erfolgreich und kann, selbst wenn sie erfolgreich ist, zum Verlust von Funktionalitäten oder Kunden führen.“ eBay erklärte nun einerseits, dass man überlege, Skype vollkommen einzustellen, wenn der Lizenzstreit mit den Gründern nicht beigelegt werden könne. John Pluhowski, eBay-Unternehmensprecher hingegen lässt verlauten: „Unsere Pläne, Skype zu separieren, haben sich nicht geändert.“ Zum gerichtlichen Verfahren, das wahrscheinlich im Juni 2010 beginnen soll, wollte sich Pluhowski allerdings nicht äußern.

Kenneth Henderson, der in der Kanzlei Bryan Cave LLP als Anwalt arbeitet, hält es derzeit für ziemlich undenkbar, dass Skype schon nächstes Jahr an die Börse geht: „Vor dem IPO (Börsengang) müssen sie diese Sache mit eBay klären. Es wird sehr hart werden, einen erfolgreichen Start an der Börse hinzulegen, wenn das Gerichtsverfahren gewisse unliebsame Fakten zu Tage bringt.“


Beitrag teilen: