Internet-Handel in der Schweiz spürt keine Krise

Wie eine letzte Woche in der Schweiz veröffentlichte Studie des Verbands des Schweizerischen Versandhandels und der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) ergab, wurden im Jahr 2008 Waren im Wert von insgesamt mehr als 4,65 Milliarden Franken über Internet und Kataloge an Privatkunden verkauft.

Auch wenn die dreistelligen Wachstumsraten mittlerweile der Vergangenheit angehören, so spürt der Internet-Handel keine Krise und wächst weiterhin stark. Am stärksten profitiert der Lebensmittelhandel. Die Werbung verlagert sich online, das bedeutet, der klassische Katalog wird in naher Zukunft von der E-Mail überholt werden. Besonders groß war die Nachfrage 2008 nach Textilien, Heimelektronik, Bücher und Nahrungsmitteln. Diese machten mit zirka einer Milliarde Schweizer Franken trotz einem im Vergleich zum Jahr 2007 geringen Umsatzwachstum noch immer den größten Anteil im Fernabsatzhandel aus.

Der Einkauf von Lebensmitteln im Netz scheint in der Schweiz verglichen mit anderen europäischen Staaten zudem besonders stark genutzt zu sein. Einen wesentlichen Anteil am Internet-Handel haben laut VSV (Verband des Schweizerischen Versandhandels) und GfK außerdem die Auktions-Plattformen ricardo.ch und eBay. 2008 wurden über die beiden Online-Plattformen Produkte für 800 Millionen Franken veräußert. Ungefähr 50% dieser Transaktionen wurden von professionellen Händlern getätigt. Anbieter im Bereich Geschäftskunden erzielten ein Umsatzwachstum von 4,3%. Dabei wurden 49% der Waren online bestellt. Insgesamt haben 103 Unternehmen etwa 297 Millionen Werbesendungen per Post verschickt, was etwa 2% weniger ist, als im Vorjahr.

Die Werbung für den Versand-Handel verlagert sich immer stärker ins Internet. So stieg die Zahl von per E-Mail versandten Newslettern mit einer hohen Wachstumsrate von 50 % auf 185 Millionen. Laut dem VSV dürften im Jahr 2009 erstmals mehr Newsletter als klassische Kataloge versandt werden. Eine Alternative stellt, so die Studie, aber anscheinend die Zeitungsbeilage dar. Diese hat sich im vergangenen Jahr großer Anerkennung erfreut und den Rückgang der unadressierten Mailings fast aufgewogen. VSV-Mitglieder verschickten durchschnittlich alle 10 Tage einen Newsletter an zirka 100.000 Konsumenten, womit sowohl die Zahl der Adressaten als auch der Versandrhythmus angestiegen ist. Ebenfalls angestiegen (35%) im Jahr 2008 sind die Ausgabenfür das Suchmaschinenmarketing. Man geht davon aus, dass im laufenden Jahr zum ersten Mal mehr E-Mails als altbewährte Kataloge verschickt werden.

Für das Jahr 2009 rechnet die Branche mit einem Wachstum, das über demjenigen des stationären Handels liegt. Es wird ebenso erwartet, dass weitere Unternehmen aus dem stationären Handel den Schritt in den Internet-Handel wagt. Daneben dürften immer mehr hochspezialisierte Shops mit kleinem aber ausgesuchtem Angebot entstehen.


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