Fernseh-Hersteller öffnen mit ihren neuen Geräten die Tür zum Internet

Noch ist das Fernsehen auf Platz eins, was den elektronischen Zeitvertreib anbelangt, doch gemäß einer Microsoft-Studie soll bereits im Jahr 2010 erstmals mehr im Netz gesurft als ferngesehen werden. Microsoft beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit dem Multi-Media-Computer, was bisher jedoch keinen durchschlagenden Erfolg brachte. Jetzt allerdings liest man immer häufiger von Herstellern aus der Unterhaltungselektronik, dass diese das Medium World Wide Web erschließen, wenn auch in kleinen Schritten. Gleich mehrere Fernseh-Hersteller öffnen nun mit ihren neuen Geräten die Tür zum Internet. Voraussetzungen dafür waren die Displays der Flachbildfernseher, die mittlerweile nicht nur die richtige Größe, sondern zusätzlich ausreichende Auflösung vorweisen, um Online-Seiten entsprechend lesbar anzuzeigen.

Samsung (LCD-TVs der B7000- und B8000-Serie), Panasonic mit den Modellen Z1, V10 und G15, und nun ebenfalls Sony, bieten mit ihren Geräten den Verbrauchern die Möglichkeit ausgesuchte Webseiten und Services, unter Umgehung des Computers, auf den Bildschirm zu bringen. Samsung z.B. arbeitet mit Yahoo zusammen. Abgesehen von den Inhalten verschiedener Nachrichtendienste kann ebenso die Plattform von eBay, Flickr und YouTube, über die Fernbedienung aufgerufen werden. Panasonic hat in seine Modelle YouTube-Videos und Picasa-Fotos eingegliedert sowie unter anderem Börsenkurse von Bloomberg, Eurosport und Nachrichtensendungen der ARD-Tagesschau-Redaktion. Panasonic bietet ferner die Möglichkeit, für schon erworbene Fernseher den Internetservice nachzurüsten. Sony (W5- und V5-Modelle), der Neuzugang in diesem Bereich, will mit seinem AppliCast-Dienst zusätzlich zu seinen Digitalfotos von einer Sony-Webseite, vorrangig vor allem RSS-Feeds aus dem Internet präsentieren. YouTube ist bei Sony noch nicht vertreten.

Man kann sich die Services auf dem Bildschirm des Fernsehers als Vollbild oder nur in kleinen Fenstern anzeigen lassen. Die Annäherung der Hersteller an das Internet steckt noch in den Kinderschuhen, denn die normalerweise am Computer übliche Option eines Updates, gibt es bei den Fernsehgeräten noch nicht. Diese Beschränkungen sind mit ein Grund, warum die Hersteller in der Unterhaltungselektronik-Branche vorläufig lediglich wenige Webseiten oder Dienste auf ihren TV-Geräten bereitgestellt haben.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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