Wie wird sich eBays Übernahme von Gmarket auf die Verbraucher auswirken?

Kritiker äußerten sich in der „Korea Times“ zu der Übernahme von Gmarket durch eBay und erklärten, dass das Geschäft sich negativ auf Käufer und kleinere Händler auswirken könnte. Trotz seines leidenden Hauptgeschäftsbereichs zeigte eBay einen ernsthaften Eifer in der Akquisition von Gmarket, Südkoreas führendem Internet-Händler. Andererseits kommen solche Gelegenheiten, ein Monopol auf einem derart großen Markt zu erwerben, nicht sehr häufig vor. Sieben Monate, die mit Gesprächen und Spekulationen verbracht wurden, gingen nun zu Ende und eBay schloss das Geschäft ab.

eBay wird einen 34,2% Anteil an Gmarket von Interpark erhalten, dessen Vorsitzender, Lee Ki-Hyeong, mit 24 $ pro Aktie einen Anteil von 32,5% hält. Das ist die zweite größere Akquisition von eBay in Korea, nach dem Kauf der Versteigerungsseite www.auction.co.kr im Jahr 2001, ein starker Rivale von Gmarket im C2C (Verbraucher zu Verbraucher) mit 21 Millionen registrierte Nutzern und einer Spezialisierung auf den Vertrieb von Sportartikeln, Computern und anderen Elektronikgeräten spezialisiert ist. Die über die Plattform getätigten Umsätze benennt eBay für das Jahr 2008 mit zirka 2,2 Milliarden Dollar. Mit dem Kauf von Gmarket hat eBay einen sehr großen Anteil am asiatischen Markt erobert und Insider behaupten, dass bis zum Jahr 2012, Gmarket und auction.co.kr den E-Commerce in Korea beherrschen werden.

„Online-Auktions-Gesellschaften haben zwei Einnahmeströme – Transaktionen und Werbung – und beides wurde für das koreanische eBay-Business gerade enorm verstärkt, vor allem das Kleinanzeigengeschäft wird enorm wachsen“, so Kim Chang-Kwon, ein Analyst von der Daewoo Securities .eBay bekommt nun das, worum es sich ursprünglich schon vor 8 Jahren bemüht hatte, als es auction.co.kr erstanden hat, ein Monopol auf dem koreanischen Online-Auktionsmarkt und vielleicht sogar mehr, wenn man an die sich festigenden und soliden Starts von Gmarket in Japan oder Singapur denkt.

Verlierer des Geschäfts könnten aber die Verbraucher sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Jagd nach Schnäppchen für sie schwieriger werden wird. Marktbeobachter fürchten, dass durch eine Zusammenlegung von Gmarket und Auction.co der Wettbewerb auf dem E-Commerce-Markt geringer wird und Verbraucher daher mit höheren Preisen rechnen müssen. Rabatte oder Coupons werden vielleicht nach dem eBay-Deal mit Gmarket nicht mehr an der Tagesordnung sein. Der Preis könnte ein größeres Problem als zunächst angenommen werden. Die Federal Trade Commission (FTD), eine Art Kartellamt, hat eBay vor Erteilung der Kauferlaubnis von Gmarket erklärt, dass in den nächsten 3 Jahren die Gebühren weder auf Gmarket, noch auf Auction angehoben werden dürfen. Jedoch glauben wenige, dass eBay nach den 3 Jahren die Gebühren nicht erhöhen wird, was eine Verteuerung der Online-Waren zur Folge haben wird.

Lee Joo-Hong, ein Verantwortlicher von Green Consumers Network, einer Verbraucher-Schutzorganisation, sagt: „Es wäre eine logische Business-Entscheidung von eBay, nach den 3 Jahren die Verkaufs-Kommissionen anzuheben. Bisher ist ein so großes Monopol in Korea noch nie vorhanden gewesen, und man wird abwarten müssen, welche Konsequenzen es haben wird.“ Bis jetzt sieht es aber noch nicht so aus, als wolle eBay Gmarket und Auction in eine Einheit verschmelzen. In jedem Fall plant eBay das operierende Geschäft der beiden koreanischen Gesellschaften zu verbessern, um den größtmöglichen Erfolg in Asien zu erzielen. Auch hat eBay große Hoffnung, dass Gmarket sich auf den anderen asiatischen Märkten behaupten wird. Im Gegensatz zum Rivalen Amazon hat es eBay dort auch schon versucht, ist jedoch in Japan, Asiens Nummer 1 im Online-Handelsmarkt, gescheitert. Jetzt hofft eBay auf einen Neustart über Gmarkets japanische Plattform.
Gmarket hat den Vorteil, dass es nicht so wie eBay an dem Auktionsmodell klebte, sondern sich einen Nischenmarkt in Japan geschaffen hat, mit einer zielorientierteren Business-Annäherung und speziellen Verkaufsgütern. Die Personalfragen sind ebenso geklärt: Ku Young-Bae, gegenwärtiger CEO von Gmarket, wird nun die internationalen Geschicke beider Gesellschaften leiten. Park Joo-Man, zurzeit CEO von Auction.co, wird die lokalen Geschicke in der Hand haben.

Die weitere Expansion in Asien ist Teil der langfristigen Pläne von eBay, aber das Geschäft wird eBay auch dazu verhelfen, in neue koreanische Märkte vorzudringen. Jetzt können sich Gmarket und Auction auch zu einer starken Werbeplattform verbinden, die es eBay erlauben wird, sich direkt mit Naver, dem unbestrittenen König des Online-Kleinanzeigen-Geschäfts zu messen. Das vereinte Volumen von Gmarket und Auction ist größer als das von Yahoo! Korea, die fünft populärste Website des Landes.


Beitrag teilen: