Analysten bewerten die eBay-Aktie

Nach der Bekanntgabe der Zahlen zum ersten Quartal legt die Aktie von eBay um 10,8% auf 16,40 US-Dollar zu. Das Online-Auktionshaus eBay hatte im ersten Quartal ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen 0,39 US-Dollar je Aktie verdient. Analysten prognostizierten 0,33 US-Dollar pro Aktie. Analysten haben einen Tag nach der Veröffentlichung der Zahlen das Papier neu bewertet. Zwar sind einige noch vorsichtig, sehen jedoch eine Tendenz zur Stabilisierung des Kerngeschäftes.

Sandeep Aggarwal von Collins Stewart hat die eBay-Aktie auf „halten“ von „verkaufen“ hoch gestuft, womit er seine vor 10 Tagen getätigte Vorhersage rückgängig machte. Kostenfreier Versand, eine verbesserte Suchfunktion für Verbraucher sowie eine erhöhte Sicherheit für Käufer seien gute Zeichen für die Zukunft. So könnte eBay unter Umständen die Lücke zu Amazon schließen.

Colin Sebastian und Paul Bieber, Analysten von Lazard Capital Markets, bewerten die Aktie von eBay weiterhin mit „halten“. Hintergrund der Empfehlung: „eBay hat solide Quartalszahlen aufgezeigt. Der Umsatz hat im Jahresvergleich um 8% auf 2,02 Milliarden US-Dollar nachgegeben, das EPS (Gewinn je Aktie) hat bei 0,39 US-Dollar gelegen.“ Sebastian und Bieber haben vorab mit einem Umsatz von 1,94 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 0,33 USD gerechnet. Allerdings hat man nun gesehen, dass der Umsatz im Quartal Q1/2009 sich weiter oben bewegt habe, während das EPS durch eine unerwartet niedrige Steuerquote und einer straffen Kostenkontrolle gewonnen habe. Die Umsatzprognose für das Q2/2009 hat man bei Lazard Capital Markets auf 2,01 Milliarden US-Dollar, die EPS-Vorhersagen auf 0,35 US-Dollar angehoben. In nächster Zukunft rechnet man bei Lazard nicht damit, dass sich der Aktienwert bedeutend verändern wird.

Mark S. Mahaney, Analyst der Citigroup, stuft die Aktie von eBay ebenfalls unverändert mit „halten“ ein: „Die Zahlen zum Q1 sind nicht so schlecht ausgefallen wie erwartet. Die Fundamentaltrends sind gemischt gewesen. Während das organische Wachstum gegenüber dem Jahr 2008 um 1% gefallen ist und damit eine Verbesserung gegenüber dem Minus des Q4/2008 erreicht hat, ist die operative Gewinnspanne 130 Basispunkte auf 30,7% abgerutscht. Ohne Beachtung von Währungseinflüssen ist der Bruttowarenwert des auf lange Zeit gesehenen bedeutsamen Marktplatzgeschäfts um 10% gesunken.“ Die EPS-Schätzungen wurden unterdessen für 2009 von 1,45 auf 1,51 US-Dollar angehoben. Das Kursziel wurde von 15 auf 16 US-Dollar erhöht. Allerdings ist der Experte der Citigroup auch der Ansicht, dass vor einer grundlegenden Neubewertung zunächst noch strukturellen Probleme gelöst werden müssen. Aus den genannten Gründen wird die Aktie auch mit „halten“ eingestuft. Die EPS-Schätzungen wurden unterdessen für 2009 von 1,45 auf 1,51 US-Dollar angehoben worden. Das Kursziel wurde von 15 auf 16 US-Dollar erhöht.

Stephen Ju, Analyst von RBC (Royal Bank of Canada) Capital Markets, stuft die Aktie von eBay unverändert mit “sector perform“ ein. Das Kursziel wurde von 15 auf 16 US-Dollar angehoben.

Christa Quarles von Thomas Weisel verbesserte ihre Jahresprognose für 2009 um 3 Cent und prognostiziert nun einen Wert von 1,43 US-Dollar je Aktie. Durch den Börsengang mit Skype, den Verkauf von StumpleUpon und die Akquisition von Gmarket hätte eBay verständlich gemacht, dass das Unternehmen damit beginne, sich wieder auf sein Kerngeschäft, die Marktplätze und PayPal, zu konzentrieren.

Shawn Milne, Analyst bei Janney erklärte: „Die Rückgänge auf den verschiedenen Marktlätzen scheinen sich zu stabilisieren. Ob die vielgeschworene Verbesserung der Käufererfahrung tatsächlich einen Einfluss haben wird, stellt sich aber erst im letzten Quartal des Jahres 2010 heraus.


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