John Donahoe zu eBays Woche der Ankündigungen

Die vergangene Woche hat John Donahoe, CEO von eBay, damit verbracht, zwei Geschäftszweige mehr oder weniger voneinander zu trennen, ein anderes Business zu kaufen und das Herzstück seines Unternehmens umzugestalten.

Während einer Telefonkonferenz mit Investoren am Donnerstag erklärte Donahoe: „Der breiten Öffentlichkeit ein anfängliches Angebot zu machen, sich an dem Telefonieanbieter Skype zu beteiligen (Skype Börsengang 2010), wird den Wert des Unternehmens maximieren. Aber ich bin ebenso offen für ein unaufgefordertes Angebot eines anderen Unternehmens, Skype sofort zu kaufen.“ Zu Gmarket merkte er an, dass das Abkommen, diese im asiatischen Raum führende Online-Plattform zu akquirieren, dem Unternehmen eBay unter anderem dazu verhelfen wird, im asiatischen Raum zu expandieren und Märkte wie den japanischen wieder zu erobern. Hier hatte eBay seine Aktivitäten im Jahr 2002 beendet.

In einem nachfolgenden Interview mit dem Wall Street Journal diskutierte Donahoe die Gründe für sein schnelles Handeln, vor allem, weil diese Woche seine Urlaubswoche war und er dennoch aktiv in Sachen Unternehmen eBay war. Zudem machte er deutlich, dass die Änderungspläne einen Zeitraum von 3 bis 4 Jahren einnehmen werden. Hier nun Auszüge aus dem Interview:

WSJ: Warum hat eBay eine solch stürmische Woche hingelegt?
Donahoe: Es ist ein natürlicher Höhepunkt dessen, woran ich im Laufe des letzten Jahres gearbeitet habe. Als ich meinen Posten als CEO von eBay begann, sagte ich schon, dass es ein Jahr dauern wird, um gewisse Dinge auf den Weg zu bringen und unser Portfolio einschätzen zu können. … Wir sind der Meinung, dass wir 2 Kerngeschäfte haben – E-Commerce und Online-Bezahlsystem, diese wollen wir ausbauen und stärken. Diese Woche nun hat es sich ergeben, Skype für alle transparenter zu gestalten und die Aktionen in geschehener Art und Weise einzuläuten. Wir sind der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, das volle Potential von Skype auszuschöpfen. Zudem erklärte ich, dass wir dabei sind, einen unserer zwei Hauptgeschäftsbereiche mit dem Erwerb von Gmarket zu stärken, woran wir bereits seit 2 Jahren arbeiten. Alles was ich momentan tue, habe ich längst im Vorfeld angekündigt.

WSJ: Was hat sich geändert, dass Sie alle diese Ankündigungen zusammen in dieser Woche gemacht haben?
Donahoe: Wir haben uns dazu entschieden alles auf einmal mitzuteilen, sodass die Leute besser verstehen können, was gerade, und in Zukunft, mit unserem Unternehmen passieren soll. In Bezug auf Skype ist das wirklich nicht sehr kompliziert, obwohl es viele Spekulationen und Gerüchte gibt. Vielfach haben Leute ihr Interesse an Skype im Laufe des letzten Jahres gezeigt. Ich habe aber immer gesagt, dass das Skype nicht zum Verkauf stehe, und ich werde auf meiner Zeitachse ein Jahr durchziehen, um Skype eine gute Ausgangsposition zu geben. Ein Teil dessen, was ich tun wollte, war Josh Silverman, CEO von Skype, Zeit zu geben, um eine hervorragende Mannschaft aufzubauen. Sie können an den Ergebnissen erkennen, was sie geschaffen haben! Es ist ein sich unglaublich beschleunigendes Business enstanden.

WSJ: Wenn Skype wirklich ein so großartiges Business ist, warum trennt man sich dann davon?
Donahoe: Wenn es keine Synergie mit den restlichen Kerngeschäften von eBay gibt, dann ist der beste Platz für Skype, der Ort, wo es sich als eigenständiges Geschäft behaupten kann. Hinter PayPal kann Skype im Internet heute die wertvollste Anlage sein. Aber wenn es keine Synergien gibt, gehört es nicht zu eBay, so wie ich es ständig kommuniziert habe.

WSJ: Sie haben gesagt, dass 70% Ihrer Manager neu, oder in ihrer Rolle, die sie bei eBay einnehmen, neu sind. Wie unterscheidet sich „Ihr“ eBay, von dem, das Meg Whitman geschaffen hat?
Donahoe: Das eBay, woran ich gerade arbeite, baut auf dem von Meg Whitman geschaffenen lediglich auf. Schauen Sie darauf, wo wir stehen: Wir errichteten die weltweit größte E-Commerce-Plattform. Und dazu gehört auch PayPal, der Bezahldienst, der ein Erwerb von Meg Whitman ist. Was ich tue, ist dieses enorme Vermögen so zu nehmen wie es da steht, und sicherzustellen, dass wir die Möglichkeiten schaffen, um in der heutigen E-Commerce-Welt mithalten zu können. Und ganz ehrlich, es ist eine sehr konkurrenzfähige Umgebung in der wir uns aufhalten. Wir müssen aggressiver vorgehen und ebenfalls sicherstellen, dass unsere Plattformen und Benutzererfahrung innovativ und zeitgenössisch bleiben, denn das erwarten Käufer und Verkäufer von uns. Und was PayPal anbelangt, hier geben wir Gas um zu garantieren, dass PayPal der führende Online-Bezahldienst bleibt.

WSJ: Es gibt ein Raunen unter einigen Analysten und Kapitalanlegern, dass Meg Whitman Ihnen ein Durcheinander hinterlassen hat, dass Sie nun wieder aufräumen müssen – ein Unternehmen, das schon vor Jahren, den Blick auf sein Kerngeschäft verloren hat. Stimmt das?
Donahoe: Überhaupt nicht. Ich baue tatsächlich auf dem auf, was Meg Whitman hinterlassen hat. Wir haben es mit der Internet-Welt zu tun, ein Business das sich schneller verändert als alles andere und ein äußerst dynamischer Markt ist. Was Sie im Internetraum nicht tun können, ist, zaghaft und unsicher sein. Ich denke auch, dass der Erwerb von Skype zu der damaligen Zeit eine intelligente Sache war, die ich auch unterstützt habe. Es stellte sich gerade jetzt erst heraus, dass Skype jedoch besser für sich alleine steht. Ich blicke gegenwärtig auf eBay und versuche den Fokus auf die Zukunft zu legen und eBay auf 2 Hauptgeschäftsbereiche einzustellen. Alle großen Gesellschaften machen das durch. Große Gesellschaften entwickeln ihre eigene Kultur. Große Gesellschaften entwickeln ihre Portfolios. Hierauf lege ich Wert und instruiere auch die Verantwortlichen in unserem Team auf diese Werte ihren Fokus zu legen.

WSJ: Sie haben darüber gesprochen, wie sich eBay ändern muss. Warum änderte eBay sich nicht früher? War es das Management? War es die riesige eBay-Gemeinschaft, die es nicht zugelassen hat?
Donahoe: Ich verbringe meine Zeit damit, nach vorne und nicht zurück zu schauen. Wir werden durch 3 bis 4 harte Jahre gehen müssen, in denen energische, fundamentale Änderungen vorgenommen werden. Veränderungen in einem solchen gemeinschafts-basierten Business vorzunehmen ist eine Kunst und keine Wissenschaft. Wir versuchen Neuerungen vorzunehmen, die im Interesse der Kunden sind, und wir haben ja auch immer noch Millionen von Händlern, die durch eBay ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir können nicht ein Geschäft schließen und ein neues über Nacht eröffnen. Wir müssen die Änderungen in einer Art und Weise vornehmen, die es unseren Verkäufern erlaubt, sich mit uns zusammen zu entwickeln und mit uns zu arbeiten, um den Marktplatz der Zukunft hochzuziehen. Einige Experten denken, dass wir uns nicht schnell genug bewegen. Wir versuchen, das richtige Gleichgewicht zu finden. Immerhin betreffen unsere Innovationen Millionen von Menschen. Wir versuchen, Änderung auf einem Weg voranzutreiben, der diszipliniert und beharrlich ist, der aber erkennt, dass wir Millionen Menschen damit berühren.

WSJ: Was noch müssen Sie ändern?
Donahoe: Unsere Kernmission ist, Käufer und Verkäufer zu verbinden. Wir haben zwei starke Hauptgeschäftsbereiche, die das tun. Im Geschäft des elektronischen Handels sind unsere Kernpunkte, sich auf einen Markt zu konzentrieren, auf dem wir gewinnen können. Hierzu gehört der Gebrauchtwaren-Markt, ein Etikett, dass uns ja schon seit Jahren anhaftet und mit dem wir arbeiten. Wir werden unsere aggressiven Veränderungen weiter fortführen und diese zweimal jährlich ankündigen, sodass unsere Händler frühzeitig vorgewarnt sind. Damit haben wir nun diese Woche den Startschuss für die erste Hälfte des Jahres gemacht. Und ich denke es ist gut angekommen. Wir werden damit weitermachen, nach verwandten Plattformen wie StubHub, der Ticket-Plattform, zu suchen um die Käufer und Verkäufer noch mehr zu verbinden. Wir könnten zusätzliche Ankäufe durchführen, die unseren Hauptgeschäftsbereich oder unsere E-Commerce-Plattform stärken. PayPal ist dabei weiter zu wachsen, vor allem auch außerhalb eBays. Alles in allem steckt das Internet ja auch noch in den Kinderschuhen – es ist ja erst 10 Jahre alt und wir werden weiterhin daran arbeiten uns fort zu entwickeln.

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