eBay will Internet-Telefondienst Skype 2010 an die Börse bringen

Bereits im März hatten Analysten von Jeffries&Co darüber spekuliert, dass eBay sich über kurz oder lang von Teilen oder sogar ganz vom Telefonieanbieter Skype trennen muss, sollte sich das Kerngeschäft nicht verbessern. Youssef Squali erklärte: „Die zurückgehenden Zahlen bei den Auktionen und den Festpreis-Format-Einstellungen werden eBay dazu zwingen, aus anderen Geschäftsbereichen Geld zu machen.“

Das Gerücht, dass Skype unter Umständen abgegeben werden soll, schwirrte verstärkt seit der Bekanntgabe der Q4-Zahlen durch die Presse. Grund dafür ist das Statement von eBay-CEO John Donahoe, der erklärte, dass Skype ein „großartiges eigenständiges Unternehmen“ sei und er sagte weiter, dass „die Synergien zwischen Skype und den anderen Bereichen des Portfolios minimal seien. Wir werden damit fortfahren, die Geschäfte zu leiten. Momentan werden wir uns von Skype nicht zurückziehen. Sollten zu gegebener Zeit Neuigkeiten anstehen, werden wir es Sie wissen lassen.“ Mit diesem Kommentar hatte Donahoe selbst wieder ein Feuer entfacht, und die Gerüchte um einen Skype-Verkauf neu angeheizt.

Skype war kein Sonderangebot

Zu den zunächst bezahlten 2,6 Milliarden US-Dollar, sollten im Jahr 2008/2009 noch einmal rund 1,7 Milliarden US-Dollar  kommen. Die Voraussetzung dafür war die Erreichung bestimmter finanzieller Ziele. Da diese Ziele nicht erreicht wurden, hat eBay im Oktober 2007 1,2 Milliarden US-Dollar abgezogen und später eine Abschreibung von 1,4 Milliarden US-Dollar vorgenommen.

eBay hat also ohne Abschreibungen etwa 3 Milliarden US-Dollar für Skype bezahlt, würde also an einem Verkauf wohl nichts verdienen. Bleibt abzuwarten, ob die Aussage Skype sei ein “großartiges eigenständiges Unternehmen? eine passende Einladung für Google, AT&T, oder US-Telcos war, um zumindest annähernd 3 Milliarden US-Dollar zu bezahlen.

Larry Witt, ein Analyst von MorningStar, sagte: „Wenn jemand nur den richtigen Preis bietet, dann glaube ich hat eBay kein Problem damit Skype abzustoßen.“ eBay gibt gegenwärtig keinen Kommentar dazu ab.

Nun möchte eBay seinen Internet-Telefondienst Skype abspalten und an die Börse bringen

Das Vorhaben sei für Mitte 2010 geplant, erklärte eBay-Chef John Donahoe am Dienstag nach US-Börsenschluss. Gerüchte besagen, dass eBay deutlich mehr als zwei Milliarden Dollar für Skype anstrebt, was Analysten aber angesichts des schwierigen Umfelds in Frage stellen.

Die Aktien von eBay legten nach der Bekanntgabe der Skype-Abspaltung nachbörslich um 3,3 Prozent zu.

eBay ist aber trotz der Börsenpläne offen dafür, Skype auch direkt an einen Interessenten zu verkaufen. Medien hatten berichtet, die Skype-Gründer – die skandinavischen Milliardäre Niklas Zennström und Janus Friis – hätten einige Finanzinvestoren angesprochen, um den Telefondienst zurückzukaufen.

eBay war mit Skype nie wirklich glücklich geworden. Den Zukauf hatte die damalige Firmenchefin Meg Whitman zu verantworten. „Dass Skype nicht zum Geschäft von eBay passt, war vom ersten Tag an klar“, sagte der Analyst Stephen Ju von RBC. eBay musste im Zusammenhang mit dem Kauf von Skype mehrmals Abschreibungen vornehmen und die Hoffnungen auf Synergien zwischen Skype und dem Auktionshaus hatten sich nicht erfüllt.

Skype wies für 2008 einen Umsatz von 551 Millionen Dollar aus. Das Unternehmen bietet nationale und internationale Telefongespräche direkt über das Internet an. Für Gespräche unter Skype-Kunden ist das Angebot kostenfrei.