T-Mobile will Skype auf iPhone und Blackberry boykottieren

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, plant die eBay-Tochter Skype ein Serviceangebot für iPhone- und BlackBerry-Geräte, um auch im Mobilfunkbereich Fuß zu fassen. Wir berichteten in unserem Artikel „Skype drängt in den Unternehmensmarkt“ letzte Woche bereits von diesem Vorhaben. Allerdings soll nun alles schneller gehen als angenommen, denn es soll bereits ein entsprechender Service für iPhone-User zur Verfügung stehen. Skype Manager Scott Durchslag ließ verlauten, dass eine der Hauptforderungen der Skype-User die iPhone-Vereinbarkeit war, weshalb sich der Telefonieanbieter eine entsprechend große Nutzung und Anhängerschaft erhofft.

Im Mai 2009 sollen dann auch BlackBerry-User Skype-Software auf ihren Geräten nutzen können, wodurch Skype weiter in den Markt der Business-Kunden eindringen könnte. Skype für das iPhone soll gratis zum Download bereitstehen und kostenfreie Telefonate zwischen Skype-Nutzern gestatten. Auch auf den aktuellen iPod Touch Geräten soll der Service funktionieren. Zuvor hatte das Unternehmen schon Skype für Nokia- und Android-Handys vorgestellt.

Was im Grunde schon vorhersehbar war, nämlich dass unter anderem die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile die Nutzung des Internet-basierten Telefondienstes Skype auf dem iPhone blockieren wird, ist jetzt durch einen Sprecher des Anbieters bestätigt worden. „Durch eine massenhafte Nutzung von Skype droht eine Überlastung der Netze und, damit einhergehend, eine Verringerung der Gesprächsqualität. Auch in rechtlicher Hinsicht bestehen keine Bedenken gegen eine Blockade, da von Seiten Apples keine zwingenden Vorgaben gemacht worden sind, die von Skype angebotenen Dienste zuzulassen“, stellt der T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow gegenüber der Wirtschaftswoche fest.

Hinsichtlich des Vorstoßes von Skype auf das iPhone und dem späteren Hinzukommen der Blackberry-Variante, ist die Branche jedoch geteilter Meinung. T-Mobile Österreich zum Beispiel tritt dem Vorstoß sehr viel gelassener gegenüber als T-Mobile Deutschland. In Österreich hat man gegenwärtig nicht vor die Dienste zu blockieren, so ein Unternehmenssprecher gegenüber pressetext. Katrin Scharl, Senior Consultant Produkt PR von T-Mobile Österreich meint: „Wir befürchten aufgrund der zum Teil geringeren Gesprächsqualität mit Skype keine ernst zu nehmenden Umsatzeinbußen. Zudem wollen wir den Kunden von T-Mobile Österreich die Gelegenheit geben, die technischen Möglichkeiten ihrer Mobiltelefone zur Gänze auszunutzen.“

Der österreichische T-Mobile-Mitstreiter Orange sieht derzeit ebenso keinen Grund, Skype auf dem iPhone oder Blackberry zu sperren. „Wir sehen in Skype eigentlich keine große Konkurrenz. Die Tarifstruktur in Österreich ermöglicht ohnehin sehr günstiges bis kostenloses Telefonieren“, erklärt Orange-Sprecherin Petra Jakob auf Anfrage von pressetext. Jakob ist ferner der Ansicht, dass man auch jetzt schon Skype auf einigen Smartphones installieren könne und Orange folglich keinen Grund sehe, dies jetzt für Geräte wie das iPhone zu verbieten.


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