Online-Ausgaben der Nachrichtenangebote verdrängen Print-Exemplare immer stärker

Schon im Jahr 2008 haben die Nachrichtenangebote im Netz klassische Zeitungen nach Nutzung erstmals auf den 2. Rang verwiesen, das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Wie der US-Medien-Jahresbericht 2009 des „Pew Research Centers“ schreibt, haben sich 2008 mehr Leser online als in Print-Ausgaben informiert. Im Jahr 2009 rechnet man damit, dass sich 2009 „zum schlimmsten Jahr überhaupt“ für die Verlage entwickeln wird.

Die wirtschaftliche Krise forciert den Medienwandel hin zu Internetangeboten und das Zeitungssterben dürfte sich aufgrund einbrechender Werbeeinnahmen weiter fortsetzen. Während in Amerika innerhalb weniger Wochen gleich mehrere etablierte Titel wirtschaftliche Probleme meldeten, sehen die Aussichten auch für die deutsche Medienlandschaft mehr als dunkel aus. Der Rückschritt betrifft hier nicht nur den Nachrichtenmarkt, sondern auch die Magazine und Publikumszeitschriften. Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sagt im Gespräch mit pressetext:„Es wird zu weiteren Verlusten von Titeln und Einstellungen von Medien kommen. Der konjunkturbedingte Rückgang der Leserzahlen und die Flaute bei Werbeeinahmen führten auch zur Einstellung der deutschen Ausgabe des Magazins Vanity Fair.“

Trotz struktureller Unterschiede entwickelt sich der US-amerikanische Medienmarkt ähnlich dem deutschen. Dem Pew-Center gemäß gehörten 2008 neben den klassischen Zeitungen auch Zeitschriften, Radio sowie lokale Fernsehstationen zu den großen Verlierern der Medienkrise. Nachdem etwa der bekannte San Francisco Chronicle kräftige Sparmaßnahmen angekündigt hatte, um die Pleite abzuwenden, gab die Seattle Post vor wenigen Tagen die Einstellung ihrer gedruckten Ausführung bekannt. Das Blatt wird in Zukunft nur noch als Online-Version erscheinen. Medienexperten sehen in dem Vorstoß der Print-Medien ins Internet einen Versuch, sich vom „Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts“ freizumachen. Die Gesamtauflage sowie die Gewinne von US-Zeitungen sanken 2008 weiter. Sie legten mit rund 48 Millionen Exemplaren täglich eine um 4,6% niedrigere Stückzahl auf und erwirtschafteten bei einem Umsatz von 38 Milliarden US-Dollar 14% niedrigere Gewinne als im Jahr 2007.

Netz-Angebote gehören damit zu den größten Siegern der Medienkrise. Der Nutzerzulauf der 50 wichtigsten US-Online-Nachrichtenseiten konnte im Vorjahr um 24% zulegen, während die Zahl 2007 nur um 8% stieg. Zwar seien die Konsumenten auch zukünftig an Nachrichten interessiert, jedoch immer weniger Menschen bereit, dafür zu bezahlen. Zudem hätten Zeitungen gegenüber Internetseiten ein gravierendes Aktualitätsproblem. Die Leser seien nicht daran interessiert, bereits online gelesene Nachrichten des Vortages in einem Print-Exemplar des nachfolgenden Tages wiederzufinden. Neben den Web-Lösungen konnten auch Nachrichtensender im Kabelfernsehen von der Entwicklung profitieren.

Beitrag teilen: