Konzentration auf Festpreise führt bei eBay zur fehlenden Abgrenzung

Über das letzte Jahr hinweg erweckte es fast den Anschein, als wolle eBay seine Nutzer weg von den Auktionen, hin zu den Festpreis-Formaten „zwingen“. Letzte Woche dann allerdings kam der Rückzug, und eBay teilte mit, dass man wieder zurück zu seinen Wurzeln – dem Auktions-Geschäft –möchte.

Schaut man sich die neuesten Daten von Compete.com an, schlug die ehemalige Strategie von eBay wirklich fehl. Immer mehr Nutzer haben die Plattform verlassen und suchten sich neue Einkaufs- und Verkaufsplätze bei z. B. Amazon oder Walmart. Laut Compete ist die Zahl der eBay-Einkäufer, die ebenso bei Amazon einkauften von 42% im Februar 2008, auf 53% im Februar 2009 angestiegen. Die Zahl der Amazon-Nutzer, die gleichzeitig bei eBay einkauften blieb hingegen konstant bei 58%, was nichts anderes bedeutet, als das die eBay-Festpreis-Strategie keine neuen Käufer angezogen hat. Die Probleme verstärkten sich letztes Jahr noch dadurch, dass eBay eine Vielzahl an Gelegenheits-Verkäufern an Craiglist verloren hat. Craiglist steigerte seinen Handelsverkehr im vergangen Jahr um 40%.

Matt Pace von Compete stellt fest, dass eBays Strategie, die Festpreis-Transaktionen verstärkt zu betonen, nur dazu führte, dass eBays Abgrenzung zu anderen Internet-Handelsplattformen, inklusive der eigenen shopping.com-Seite, völlig verwischte. Das heißt aber nicht, dass eBays Fokus auf die Buy-It-Now-Transaktionen ein kompletter Fehlschlag war. Die Zahlen dieses Formates wuchsen über das Jahr 2008 hinweg gleichmäßig an, und zwar um 20% im Vergleich zum Vorjahr. Das wiederum reichte aber nicht aus, um den gleichzeitigen Verfall des eBay-Auktion-Business wettzumachen. Laut Compete.com gaben im Februar 2009 etwa 1.5 Millionen Nutzer weniger ein Gebot ab, als noch im Vorjahr.

Beitrag teilen: