Ungewöhnliche Ermittlungsmaßnahme gegen Uhrenhändler bei eBay

polizei.jpgWie wir im Dezember berichteten, wurde gegen einen Bonner eBay-PowerSeller ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Der Händler bot beim Online-Marktplatz eBay Designeruhren von z.B. D&G oder Armani zum Schnäppchenpreis an. Hatte der PowerSeller im Sommer 2008 pro Tag etwa 100 Uhren im Angebot, waren es im November 2008 plötzlich über 2.000 der edlen Stücke. Die Käufer wurden durch Preise von 35,50 Euro für eine Armani-Uhr angelockt und gaben auch sofort ihre Bestellungen auf, die Bezahlung erfolgte per Vorkasse.

Entstanden ist daraus ein Betrugsdelikt im großen Stil, dader Händler zwar das Geld kassierte, die Uhren jedoch nicht lieferte. Der Gesamtschaden wird mit 1,2 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommt, dass die Polizei von mindestens 11.000 Opfern ausgeht. Daher hat die Behörde nun zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: Sie richtete nur für diese Opfer ein eigenes Internet-Portal ein. 11.000 der Geschädigten wurden per E-Mail kontaktiert, um auf den Service der Polizei hinzuweisen.

Wer das Online-Formular ausfüllt, für den erübrigt sich der Weg zur Polizei um Anzeige zu erstatten. Die Opfer müssen aber auch Fragen beantwortenPolizeisprecher Frank Piontek: „Bisher haben 3.900 Personen auf unsere E-Mail geantwortet“. Die E-Mail-Nachrichten werden dann durch die Abteilung Wirtschaftskriminalität gesammelt, sortiert und ausgewertet, sodass dann erst festgestellt werden kann wie viele Opfer es tatsächlich gibt.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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