Safer-Internet-Day – zur Sicherheit der Kinder

kind_computer.jpgLaut EU sind inzwischen schon 75% der Kinder in Europa im Alter zwischen 6 und 17 Jahren im Netz unterwegs. Über 50% der 10-Jährigen besitzen außerdem ein eigenes Handy. 60% der Eltern sind mittlerweile besorgt darüber, dass ihre Kinder im Internet Opfer von sexuell motivierten Annäherungsversuchen werden. Weitere 54% sorgen sich zudem, dass ihr Kind durch Cyber-Mobbing-Angriffe gequält werden könnte.

Unlängst berichteten wir schon über Cyber-Mobbing, das vor allem Kinder und Jugendliche betrifft. Das war nun auch Thema auf dem mittlerweile weltweit stattfindenden Safer Internet Day. An dem Aktionstag, der von der EU-Kommission ins Leben gerufen wurde, nehmen Institutionen, Unternehmen und Medien teil, die das Treffen dafür nutzen, um sich für mehr Sicherheit im Internet einzusetzen. Im Gespräch mit pressetext erklärt Birgit Kimmel, Pädagogische Leiterin bei klicksafe, dem deutschen Knotenpunkt der EU-Initiative: „Unser Augenmerk liegt vor allem auf dem Phänomen des sogenannten Cyber-Mobbings. Dieses Problem gibt es nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten europäischen Raum. Konflikte und Aggressionen unter Teenagern sind nichts Neues. Doch die Möglichkeiten, andere zu beleidigen, zu bedrohen oder vor einem großen Publikum lächerlich zu machen, sind durch Handy und Internet so vielfältig, effizient und leicht umsetzbar wie nie zuvor.“

Eine wesentliche Ursache für das Anwachsen des Cyber-Mobbings sieht die Expertin in der zunehmenden Nutzung der Internet-Angebote, wie z.B. die sozialen Online-Netzwerke, auch durch Minderjährige. Diese Netzwerke bieten aber nicht nur Chancen, sondern bringen ebenfalls Risiken und Gefahren mit sich. Kimmel sagt, dass viele Studien belegen, dass vorallem jene Schüler, die sich zwischen der 8. und 13. Schulstufe befinden, am stärksten von diesem Problem betroffen sind. In dieser Altersgruppe sind im Durchschnitt schon etwa 25% der Kinder mindestens einmal zu einem Opfer eines Cyber-Mobbing-Angriffs geworden.

Den österreichischen Knotenpunkt der EU-Initiative stellt die Informations- und Koordinierungsstelle Saferinternet.at dar. Sie sehen ihre Aufgabe darin, Internetnutzer – hier vor allem Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer – bei der sicheren Verwendung von Web, Handy und Computerspielen zu unterstützen, so der Projektkoordinator Bernhard Jungwirth gegenüber pressetext. Auf der dazugehörenden Webseite von Saferinternet.at könnten Interessierte beispielsweise praktische Infos und Tipps wie etwa kostenlose Broschüren finden. „Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei uns zurzeit auf Computerspielen. Im Laufe des Frühjahrs werden aber auch wir den Fokus verstärkt auf das Phänomen des Cyber-Mobbing legen“, kündigt Jungwirth an.

Das hauptsächliche Problem liegt allerdings darin, dass sich mehr als 50% der europäischen Jugend im Alter zwischen 14 und 19 Jahren im Internet ohne irgendeine Form von Kontrolle oder elterlicher Aufsicht bewegt, so das Resultat einer Studie im Rahmen der Safer-Internet-Initiative der EU. John Mangelaars, Chef der Consumer und Online Division Europe bei Microsoft erklärte gegenüber der BBC: „Wir sind von diesen Ergebnissen sehr überrascht und hätten nicht mit einem derart hohen Wert gerechnet. Den Jugendlichen fehlt es im Umgang mit dem Internet und den potenziellen Gefahren, die darin auf sie lauern, allerdings noch an kritischem Bewusstsein und elterlicher Führung.“ Bernhard Jungwirth fügt noch hinzu: „Eltern sind die zentralen Ansprech- und Vertrauenspersonen für ihre Kinder und müssen daher unbedingt in die Aufklärungsarbeit zum sicheren Umgang mit neuen Medien wie dem Internet einbezogen werden. Um die Jugend erfolgreich zu kritischen Nutzern der neuen Medien erziehen zu können, ist eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema innerhalb der Familie erforderlich.“

Um die Probleme der Kinder und Jugendlichen im Netz in den Griff zu bekommen hat die EU das Programm „Mehr Sicherheit im Internet“ gestartet. Von 2009 bis 2013 sollen 55 Millionen Euro ausgegeben werden, um das Internet sicherer zu gestalten. Mit dem Geld werden verschiedene Bereiche gefördert. Zum einen sollen Knotenpunkte der Safer-Internet-Initiative in den einzelnen Mitgliedsstaaten aufgebaut und vergrößert, sowie entsprechende Servicestellen eingerichtet werden. Bei diesen Stellen können Nutzer dann ungesetzliche Inhalte und Aktivitäten melden. Zum Anderen wird ein Teil der Gelder auch in die Förderung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten fließen.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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