eBay-Fulfillment ja, oder doch eher nein?

maennchen_versand.jpgEs schwirrt noch nicht lange in der Luft, das Gerücht um eBay-Fulfillment, einem zentralisierten Versandservice, aber schon beschäftigt sich die eBay-Gemeinde mit der Frage: Würden Sie eBay-Fulfillment nutzen?

eBay.com hat dazu eine Umfrage gestartet, um abmessen zu können, ob bei den eBay-Händlern das Interesse an einem Logistikservice besteht, der die Warenabwicklung nach dem Verkauf auf eBay übernimmt. eBay beschreibt die Vorteile wie folgt: „Die Händler haben dadurch mehr Zeit, sich um die Produktsuche zu kümmern, ihre kaufmännischen Geschäfte zu erledigen und müssen sich weniger um die Arbeiten nach einer Bestellung kümmern. Mögliche Kostenersparnis, da Ablauf- und Lagerungskosten, sowie Versandgebühren eventuell günstiger ausfallen, da die Belastungen zusammengelegt werden können. Verbesserter Kundenservice, durch z.B. schnellere Versandzeit, was einer positiven Käufererfahrung zugute kommt und damit auch den Bewertungen für die Händler.“

Der zentralisierte Versandservice ist am besten geeignet für große Mengen an identischen Artikeln, die schon in Behältnisse verpackt sind, oder mit Barcodes versehen sind. Ungeeignet ist er, in den Augen des Powersellers von Tamebay, für einzelne Artikel, sperrige Waren, die eine besondere Verpackung benötigen, weil hier dann auch die anfallenden Kosten höher sein werden.

Die Frage ist, wie viele Händler begeben sich in die Hände von Drittanbietern, und überlassen ihnen damit auch die Beurteilung des Kundenservices des Händlers und dadurch des Feedbacks. Sicherlich, ein solches Logistik-Zentrum sollte in der Lage sein, rechtzeitig die Waren auf den Weg zu bringen, aber wer nimmt die Schuld auf sich, wenn etwas nicht funktioniert, die Ware beschädigt oder auch gar nicht beim Käufer ankommt?

Amazon regelt dieses Problem seit Januar dadurch, dass Händler, die den Amazon-Service nutzen, die Möglichkeit haben, ein negatives Feedback von Kunden, deren Bestellung von Amazon ausgeführt wurde, streichen zu lassen. Sollte sich jedoch auch nur ein Teil der negativen Kritik gegen den Service des Verkäufers richten, so bleibt die negative Bewertung bestehen.

“Natürlich wird es Verträge geben in denen solche Dinge geregelt sind, doch bis dahin hat der Händler schon eine negative Beurteilung erhalten. Klar, für jeden Händler ist die Arbeit nach einem Verkauf die arbeitsintensivste, sie ist jedoch der Teil des Geschäftes bei dem die Qualitätskontrolle am besten umgesetzt werden kann. Hier kann man zeigen, dass man als Händler Kundendienst betreibt, indem man eventuell nicht 1A-Ware nochmal austauscht, Handzettel oder kleine Aufmerksamkeiten hinzufügt. Solche Dinge sind in einem großen Versand-Zentrum zeitlich oft gar nicht möglich. Zudem wird häufig auch das Eigeninteresse fehlen. Solch ein Päckchen ist wahrscheinlich ebenso der beste Weg aus Laufkundschaft Stammkunden zu machen. Diesen Einfluss würde man durch die Nutzung eines Drittanbieters völlig verlieren.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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