Sicherheitsvorkehrungen für Jugendliche im Netz oft schwer umsetzbar

Die Umsetzung von Internet-Sicherheitsvorkehrungen für Kinder ist oft schwierig und wirft neue Fragen zu Daten- und Jugendschutz sowie kommerziellem Missbrauch auf. Vergangene Woche hatte die US-amerikanische „Internet Safety Technical Task Force“ einen Bericht veröffentlicht, wonach die Bedrohungen aus dem Web vielfach übertrieben werden und sexuelle Übergriffe kein allzu großes Problem darstellen.

Trotzdem muss man angemessene Sicherheitsmaßnahmen bzw. elterliche Kontrollen durchführen, um das Surfen im Netz für Kinder und Teenager so gefahrlos wie möglich zu halten. Es gibt bisher noch keine erschöpfende technische Lösung, die den Schutz von Jugendlichen und Kindern im Umfeld von sozialen Netzwerken und Online-Gemeinschaften garantiert. Techniken, die das Alter und die Identität der Kinder kontrollieren, finden in der Debatte gegenwärtig die größte Übereinstimmung in der Politik, informiert Larry Magid von Cnet, der als Vertreter der Organisation auch in der Task Force mitgearbeitet hat. Für einige der vorgeschlagenen Alterskontrollsysteme müsste man jedoch den Zugang zu den Schulakten haben, was zu einem Datenschutz-Problem führen würde.

Die meisten erörterten Maßnahmen stützen sich auf die Einbindung der Eltern und deren Einvernehmen zur Nutzung von Webseiten wie MySpace und Facebook. Doch wie ist so etwas durchführbar? Es ist im Internet zunächst einmal nicht ganz einfach, festzustellen, ob sich gerade wirklich Vater oder Mutter bei einem bestimmten Dienst anmelden oder es doch das Kind selbst ist.

Ein anderes großes Problem liegt im sozialen Milieu der Kinder. ConnectSafely hat festgestellt, dass die Minderjährigen, die dem höchsten Risiko ausgesetzt sind, zugleich vorwiegend aus einer Familie stammen, in dem sich die Erziehungsberechtigten ohnedies nicht intensiv um die Kinder kümmern. Zudem würden diese Eltern sich bei technischen Sicherheitssystemen gar nicht erst anmelden. Auch gibt es Eltern, die aus den verschiedensten Motiven den Zugang zu sozialen Netzwerken beabsichtigt und ausdrücklich verbieten. Das jedoch kann negative Auswirkungen auf die Kinder haben, die zunächst gar nicht erkennbar sind. In den USA beispielsweise schreiben viele Teenager über Facebook oder MySpace an die „National Suicide Prevention Lifeline, wo ihnen dann weitergeholfen wird und ihnen Hilfe vermittelt wird, auf die sie anders vermutlich gar nicht gestoßen wären.

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