Welcher Marktplatz passt am besten zu meinem Geschäftsmodell?

Ein Artikel in der Business Week befasste sich mit den verschiedenen Online-Marktplätzen. Von den beiden Giganten eBay und Amazon, bis hin zu Nischen-Seiten wie z.B.Craiglist. Die Frage, die man sich als Verkäufer stellen muss, ist: Welcher Marktplatz oder welches Modell passt am besten zu meinem Geschäftsmodell? Gerade für kleine Händler ist die Frage eminent wichtig, zumal einige Wirtschaftswissenschaftler die härteste aller Vorweihnachtszeiten seit 1991, vorhergesagt haben. In jedem Fall gibt es keine Online-Plattform, die für alle passt.

Der E-Commerce-Markt ist enorm groß und die richtige Plattform zu finden hängt davon ab, welche Produkte man verkaufen möchte. Zudem sollte man beachten, dass das Internet seit seiner Entstehung einen beachtlichen Wandel vollzogen hat. Käufer legen heutzutage Wert auf Schnelligkeit. Online-Versteigerungen, wie sie bei eBay seit den 90iger Jahren stattfinden, eignen sich vor allem für schwer zu findende oder einzigartige Artikel. Heute wollen die Käufer schnelle Transaktionen, was eBay auch mit seinem Festpreis-Format und den „Buy it now“-Produkten umzusetzen versucht. Produkte, die von mehreren Händlern offeriert werden, sollten deshalb nur im Festpreis-Format angeboten werden.

Bei Amazon gibt es nur die Festpreis-Artikel und gezahlt wird gleich nach dem Einkauf, was oft weniger Probleme verursacht, als bei Auktionen. Hier kann es passieren, dass der Meistbietende am Ende dann doch nicht bezahlt. Usher Lieberman von eBay allerdings erklärt: „eBay für seinen Teil bietet Händlern die Möglichkeit ihr eigenes Markenzeichen zu schaffen. Gerade hierfür ist eBay das richtige Ziel. Auf keiner anderen Plattform ist es möglich, eine so enge Bindung zwischen Käufer und Verkäufer aufzubauen.“

Es gibt Leute, die behaupten, das es besser ist sowohl bei Amazon als auch bei eBay sein Business aufzubauen, da man hierdurch verschiedene Verbrauchergruppen erreichen kann und die Anzahl der Verbraucher um einiges erhöht wird. Kurt Krake, Gründer und Chef einer E-Commerce Consulting Firma meint: „Welche Seite man nutzt ist unwichtig, Hauptsache die Käufer-Anzahl stimmt. Am Ende des Tages zählt nur wie viel Augenpaare die Artikel angeschaut haben.“

Startup Plattformen sprießen wie Pilze aus dem Boden, aber bisher hat es keine geschafft, auch nur in die Nähe der beiden Giganten zu kommen, erläutert Sucharita Mulpuru, E-Business-Analyst bei Forrester Research. Natürlich ist einen Versuch wert, auf kostenfreien Seiten Artikel einzustellen, Käufer jedoch verirren sich selten auf diese Webseiten, dann sollte man sich fragen, ob es die Zeit und die Mühe überhaupt wert ist. Andererseits sollte man sich, wenn man auf großen, kostenpflichtigen Seiten einstellt, überlegen, ob man mit den Endpreisen der Konkurrenten mithalten kann.

Eines ist in jedem Fall klar, der Online-Handel ist kein einfaches Geschäft mehr. Halbherzig sollte man auf keinen Fall herangehen.

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