NRF-These zum Handel mit gestohlener Ware verärgert die Gemüter

smiley_wuetend.jpgDie sehr fragwürdigen Äußerungen der amerikanischen National Retail Foundation (NRF), dem weltweit größten Zusammenschluss von Händlern, haben in der Presse in Amerika hohe Wellen geschlagen. Die NRF hat Online-Händler mit Süchtigen verglichen, die um ihren Lebensunterhalt, z.B. auf eBay, gewährleisten zu können, in die Kriminalität abrutschen.
Die NRF warf ihnen vor, ihre Verkäufe mit gestohlenen Waren durchzuführen.

Diese Statements verärgerten viele Leute, insbesondere aber die E-Commerce Interessengemeinschaft NetChoice. Steve DelBianco, Geschäftsführer von NetChoice verlangte eine öffentliche Entschuldigung von Joe LaRocca, einer der Verantwortlichen bei der NRF. DelBianco verärgert: „Es gibt Millionen hart arbeitender Amerikaner, die das Internet dazu nutzen neue Geschäftswege aufzubauen, neue Kunden zu erreichen oder einfach nur um ein wenig Extrageld in harten Zeiten dazu zu verdienen. Sie spielen eine entscheidende Rolle in unserer Wirtschaft.“ DelBianco fährt fort: „Gerade in einer Zeit, in der große Unternehmen versuchen Finanzspritzen vom Staat zu bekommen um nicht insolvent zu gehen oder daran arbeiten neue Arbeitsplätze zu schaffen, ihre Steuern zahlen, sind solche Aussagen geradezu schändlich. Die großen Online-Plattformen und ihre Nutzer sind die wahren Erneuerer – die, die am härtesten und produktivsten arbeiten, und solche Unternehmen haben es nicht verdient als Suchtabhängige abgestempelt zu werden. … . und das nur weil die gigantischen Offline-Konzerne vor ein wenig Konkurrenz Angst haben.“

LaRocca meinte, dass die Aussagen die Gefühle vieler Händler widerspiegele. Zwar könne man nicht behaupten, dass alle Verkäufer auf Online-Plattformen in illegale Aktivitäten verstrickt seien, aber die NRF findet, dass durch die Leichtigkeit diese Produkte im Internet zu verkaufen, Menschen in die Kriminalität treibt. „Von Seiten der Online-Marktplätze muss auf jeden Fall mehr dagegen getan werden.“

Keine Frage, das Internet ist wahrscheinlich manchmal Ziel für Betrüger, aber Online-Händler als Süchtige zu bezeichnen geht wohl ein bisschen zu weit. Und eBay und Craiglist als Einstiegsdroge zu bezeichnen, da fehlen wohl auch noch aussagekräftige Beweise.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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