Harte Zeiten für Online-Händler – oder vielleicht doch nicht?

Die Business Week hat sich in einem Bericht dem Thema „Schwache Wirtschaft und harte Zeiten für Unternehmer“ angenommen. Eine instabile wirtschaftliche Lage und der ständig wachsende Konkurrenzkampf durch Online-Großhändler sind eine große Herausforderung für diejenigen Verkäufer, die Online-Einzelhandel auf Marktplätzen wie eBay oder Craiglist betreiben.

Business Week hat zu diesem Problem Ann Wood befragt, die auf eBay den Online-Shop Willow Wear betreibt. Wood erklärt, dass sie im Januar diesen Jahres hoch erfreut war, weil ihr eBay-Shop den besten Umsatz seit Beginn ihrer eBay-Laufbahn hatte, etwa 33.000 USD. Im Februar hingegen kam ein tiefer Einschnitt bei den Verkäufen.
Seit dem Jahr 2004 betreibt Wood ihren Shop von zu Hause aus. Sie handelt mit hochwertigem Schmuck, Bekleidung, Schuhen, Taschen und Antiquitäten, auch als Kommissionsware. Als Arbeitszeit pro Tag gibt sie etwa 6 Stunden an und ihr Einkommen für das Jahr 2007 mit 250.000 US-Dollar. „Ich habe immer noch gleichbleibende Verkäufe und verdiene auch Geld für meine Klienten. Jedoch sehe ich auch, dass meine Kunden immer vorsichtiger werden, vor allem bei Artikeln, die über 1.000 Dollar liegen. Und, die Leute kaufen nicht mehr alles, was sie eigentlich haben möchten“, so Ann Wood.

Woods Lagerbestand wächst stetig an, denn die Leute durchforsten ihre Schränke, in der Hoffnung etwas zu finden, um ein wenig Extra-Geld zu machen. Ein Höhepunkt in ihrem Händler-Leben sind die Auslandsverkäufe. Sie verkauft viel nach Deutschland und Italien, sogar nach Tahiti. Und durch den schwachen Dollar wächst dieses Geschäft an. Nichts desto Trotz ist es eine harte Zeit, auch für Ann Wood.

Sucharita Mulpuru, Chef-Analyst der Einzelhandelssektion Forrester Research sagt: „Genau beurteilen kann man die Online-Einzelhändler nicht, da es zu wenig genaue Daten gibt. Was wir wissen, ist das etwa 50% der Geschäfte von Online-Händlern abgewickelt werden, die kleiner sind als die Top 100 E-Commerce-Händler.“ Mulupru geht davon aus, dass es zirka 60.000 kleine und mittlere Händler gibt, die eine gewisse Web-Präsenz besitzen, und etwa 650.000 Alleingänger, die auf den Online-Marktplätzen versuchen ihre Waren abzusetzen. In dem Fall müssen die Leute Verkaufs-Nischen finden oder ein hohes Verkaufsvolumen vorweisen, um die Preise entsprechend niedrig halten zu können.

Nach einer Studie von eBay, die die Marktplatz-Aktivität im Mai 2007 analysiert hat, sah es auf den Top 10 Marktplätzen in den USA wie folgt aus: In Los Angeles, New York, Chicago, Philadelphia, Dallas, Orange County, Calif., Washington, Houston, Nassau-Suffolk und Fort Lauderdale wurden Waren im Wert von 7 Milliarden USD über die virtuelle Ladentheke gehandelt. Allein in Los Angeles verkauften 196.089 Einwohner 24.051.645 Artikel im Wert von 1,3 Milliarden Dollar. In der Hauptsache wurde dieser Wert mit Handys und Zubehör und Bekleidung erzielt.

Ann Wood hat sich erst einmal dazu entschlossen, bei eBay zu bleiben. Ihr Online-Shop hat im Durchschnitt einen Brutto-Umsatz von 25.000 USD im Monat, der Juli war wieder ein sehr guter Monat für sie. Und sie ist optimistisch. „Ich denke der nächste Monat wird auch wieder ein guter Monat werden, und das Handelsvolumen auf eBay ist auch gut“, sagt Wood.
Momentan experimentiert sie mit kostenfreien Lieferungen, versucht die Artikel-Einstellungen zu erhöhen, optimiert das Aussehen des Shops und lässt alle wissen, dass sie auch Waren für andere verkauft. „Ich versuche immer mir von den großen Händlern etwas abzuschauen. Clevere Großhändler zu beobachten, ist der Weg, wie ich mir mein Business aufgebaut habe“, erklärt sie abschließend.

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