Verschiedene Analystenmeinungen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen von eBay

Experten der verschiedenen Finanzinstitue haben sich nach der Veröffentlichung der Q2-Resultate wieder einmal ihre Gedanken zu eBay gemacht. Man kann die Analysten in verschiedene Gruppen einteilen, jedoch ein Thema steht bei allen im Vordergrund: Der Bruttowarenwert von eBay! Im Jahresvergleich ist dieser um 4% angestiegen und das auf US-Ebene und internationaler Ebene, was eine Verlangsamung im Vergleich zum ersten Quartal darstellt (7%). Dieser Messwert stellt alle positiven Eckpunkte, wie das Wachstum PayPal oder Skype in den Hintergrund.

Nachfolgend einige Meinungen und verschiedene Einstufungen der eBay-Aktie:

James Mitchell von Goldmann Sachs erklärt: eBays Business ist zu groß und komplex geworden um es schnell wieder neu zu beleben. Vor allem in dem momentan sehr schwierigen ökonomischen Umfeld, in dem auch die Verbraucher ihre Ausgaben immer mehr überdenken. Mitchell bewertet die Aktie mit 30 USD. Es ist das erste Mal in 10 Jahren eBay, dass der Analyst die Aktie von „attraktiv“ nach „neutral“ einstuft.

Justin Post von Merril Lynch: Post hat mehr Beschleunigung erwartet und konnte diese nicht feststellen. Er stuft das Wertpapier ebenfalls mit „neutral“, bei einem Wert von 30 USD, ein.

Christa Quarles von TWP sieht das Problem bei eBay darin, dass die Verantwortlichen den falschen Typus Käufer anlocken und sich des Flohmarkt-Images entledigen wollen. Sie schließt sich Goldman Sachs an, dass es mehr Zeit für die Veränderungen braucht, als man bei eBay vorhergesehen hat.

Die Gruppe der Analysten, die eBay meist mit „verkaufen“ eingestuft haben, vetreten die folgenden Standpunkte:

Deutsche Bank, Jeetil Patel: Jeetil Patel hat die eBay-Aktie häufig kritisch gesehen und oft bewertet mit „sell“. Als Gründe dafür, dass in seinen Augen das eBay-Modell auf wackeligen Beinen steht, führte er an: Die Richtung, in die der Handelsverkehr läuft, geringes Wachstum des Ertrages und Rückgang der aktiven Nutzer. Zudem argumentierte er, dass der E-Commerce einen Anstieg von 15-20% verzeichnet, eBay hingegen nur 4% – wo also bleiben die restlichen 11-16% – bei Amazon?

Jeetil Patel: „Wir denken, dass eBay strukturellen Problemen gegenübersteht, die zu einer Verringerung der Gewinnspanne führen werden. … Bemerkenswert ist auch, dass die höheren Gebühren und die Coupon-Aktionen zu keinerlei Verbesserung der zugrunde liegenden Kennzahlen geführt hat, so dass die momentanen Initiativen nicht dazu führen werden, im Jahr 2008 gute Zahlen vorzulegen.“ Jeetil Patel bemisst die Aktie mit 22 USD!

Auch Derek Brown, Cantor Fitzgerald, setzt die Aktie niedrig an, bei 24 USD: „Unserer Meinung nach legen die betrieblichen Schlüsselkennziffern offen, dass eBay auf dem Weg ist seine Marktbedeutung zu verlieren und dass das viel beschworene völlig neue Unternehmenskonzept eher ein noch in Arbeit befindlicher Prozess ist. Darüber hinaus glauben wir immer noch, dass die Unsicherheit und der Konkurrenzkampf des Unternehmens eBay, noch größer werden wird.“

Jetzt zu den Analysten, die eBay immer etwas Positives abgewinnen konnten und dies nach den Q2-Zahlen auch wieder tun:

Scott Devitt von Stifel Nicholas: Er fand in den ganzen negativen Ankündigungen noch viel Positives und Interessantes zu analysieren: Aktive Nutzer stiegen um 6% an und der PayPal-Ertrag stieg um 33%. Devitt ist sich zu 80% sicher, dass die Veränderungen Früchte tragen werden, und bewertet daher das eBay-Papier mit 33 US-Dollar.

Shawn Milne, Oppenheimer&Co: Sieht das Kursziel bei 35 US-Dollar liegen, seine Argumente hierfür: Ähnlich wie Devitt glaubt er, dass, wenn man die „Zwiebel geschält hat“, was den Bruttowarenumsatz betrifft, eBay wieder auf dem aufsteigenden Ast ist. Zudem glaubt er an PayPal und hat Vertrauen in das neue Führungsteam.

Und zum Schluss, die Analysten, die sich zuvor nicht festlegen wollten:

Imran Khan von JP Morgan: Er sieht die Ergebnisse des Marktplatz Business als durchmischt an, wohingegen er Skype und PayPal als durchaus positiv bewertet.

Mark Mahaney von Citigroup: Sieht das Auktions-Business von eBay als den „Anker in eBays Wachstum“ an. Er beurteilt den Bruttoertrag als sehr negativ, das Gesamtbild empfindet er als okay.

Jim Friedland, Cowen& Company: Er stuft die Aktie mit „neutral“ ein, ist aber besorgt um die zunehmende Konkurrenz, die eBay erwartet. Die vorteilhaften Wechselkurse hätten eBay im 2. Quartal noch einmal gerettet, so Friedland.

Marianne Wolk, Susquehanna: M.Wolk sieht den Ausgang des Q 2 noch als positiv an. „Betrachtet man die schlechte wirtschaftliche Lage, die niedrigere Preise verlangt, ist es eigentlich noch ein Wunder, dass die Zahlen nicht schlechter waren.“ 37 US-Dollar pro Aktie sind für Wolk gerechtfertigt.

Mary Keeper, Morgan Stanley: Peilt als Ziel die 35 US-Dollar-Marke an.

Brian Pitz, Bank of Amerika: Sieht viele positive, aber auch viele negative Ansätze bei eBay, letztendlich meint er: „Wait and see“. Als Kursziel gibt er 38 US-Dollar an.

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