Chinesische Blogger auf Rebellions-Kurs

Die staatlichen Zensurmaßnahmen in China, die „Great Firewall“, bei der die Behörden Kontrollmechanismen einsetzen um das Internet zu kontollieren, werden von der Bevölkerung nun endlich nicht mehr einfach so hingenommen. Immer mehr chinesische Blogger lehnen sich immer stärker gegen die Prüfungen auf.

Am vergangenen Wochenende kam es in der Provinz Guizhou sogar zu einer Rebellion, durch die offensichtlich wird, dass sich die Online-Regimekritiker immer mehr der Aufsicht widersetzen und versuchen die amtlichen Blockaden zu umgehen.
Wie das Wall Street Journal berichtet, hatten Gegner rund um das Regierungsgebäude in Guizhou Feuer gelegt, um dagegen zu demonstrieren, wie von der staatlichen Seite aus der Tod einer Jugendlichen übergangen wurde. Die Zensoren waren sofort zur Stelle und säuberten offizielle Medien- und Online-Plattformen von unangenehmen Berichten über die Meutereien.
Am Dienstag danach haben die Behörden in Guizhou die Untersuchung zum Tod der 17-jährigen Schülerin, der zu den Protesten führte, dann doch wieder aufgenommen. Zunächst war der Tod des Teenagers von der Polizei als Selbstmord hingestellt worden. Wütende Einheimische allerdings verbreiteten den dringenden Verdacht, die 17-Jährige sei von mehreren Leuten mit guten Beziehungen zu den beheimateten Behörden vergewaltigt und getötet worden.

Alleine durch die schnelle Reaktion der Blogger in den verschiedenen Foren, die ihre Beiträge in Formaten publizierten, die nicht so leicht von den Behörden erfasst werden konnten, wurde der Fall wieder aufgerollt. Die Blogger nutzten dabei Computerprogramme, die Texte seitenverkehrt formatierten. Alle Sätze müssen danach von rechts nach links oder vertikal statt horizontal gelesen werden. Dadurch war das automatische Sperren fast unmöglich.

China hat zwar ein besonders raffiniertes Kontrollsystem, aber ebenso begnadete und erfahrene Internet-User, so der Forum-Betreiber Hainan Tianya von der Online Networking Technology. Trotz der Versprechungen von Seiten der Regierung, auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele, die Zensur aufzuweichen und die Menschenrechte zu wahren, hat sich bislang wenig getan. Auch zeigen die chinesischen Behörden wenig Geduld mit Rebellen, denn laut der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) wurden in China allein seit Beginn des Jahres 24 Fälle bekannt, in denen Journalisten, Cyber-Aufständische oder andere Aktivisten verhaftet oder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurden.

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