McAfee-Experiment beschert 100.000 Müll-Mails im Posteingang

Ein interessantes Experiment ist im April diesen Jahres von McAfee durchgeführt worden. Dabei haben sich 50 Internet-Nutzer aus 10 verschiedenen Ländern ohne jeglichen Gedanken an den Schutz ihrer E-Mail-Adressen im Netz bewegt. Zweck des durchgeführten Tests war es festzustellen, wie viele Müll-Mails die Nutzer sich dadurch einfangen würden und welche Auswirkungen diese mit sich bringen.
Die Auswertung des S.P.A.M.-Experiments (Spam Persistently All Month) wurde nun publiziert und das Ergebnis ist erschreckend: Mehr als 100.000 Müll-Mails sind bei den Empfängern angekommen und die Zahl zeigt, dass die Spammer und Betrüger mit psychologischen Kniffen und immer komplizierterem und ausgeklügelterem Spam arbeiten, um an persönliche Informationen zu kommen.

Die 5 deutschen Teilnehmer hatten insgesamt zwar relativ wenige Spam-Mails erhalten, jedoch war der Anteil sprachlich lokalisierter Mails, das heißt in der Heimatsprache geschriebene Nachrichten, hier am höchsten: Jede 8. Nachricht war in Deutsch geschrieben und nicht wie häufig üblich in Englisch. Im Mittel erhielt jeder der Teilnehmer täglich 70 Müll-Mails.

Im Gespräch mit pressetext erklärt Toralv Dirro, Sicherheitsexperte bei McAfee Deutschland: „Bei dem Experiment wurden brandneue E-Mail-Adressen verwendet. Damit war sichergestellt, dass die Adressen nicht vorab in den Listen von Spammern und Cyberkriminellen kursieren, sondern sämtlicher Spam wirklich in ursächlichem Zusammenhang mit den Internet-Aktivitäten der Probanden liegt. Die Masse an Spam ist daher viel für den kurzen Experiment-Zeitraum. Das ist ein klares Zeichen für den Handel mit Adresslisten in Spammer- und Cybercrime-Kreisen.“

Die Themen der Mails differierten, wobei eindeutig Finanzofferten den Spitzenplatz belegten. Den weitaus riskantesten Teil der Müll-Nachrichten bilden immer noch die Phishing-Mails. „Social-Engineering-E-Mails, die mit emotionalen Botschaften die Herausgabe persönlicher Daten erreichen wollen, sind seit 5 Jahren stark im Kommen und das aktuelle Experiment hat wertvolle Einsichten in ihre Vielfalt geliefert“, so die Profis von McAfee.

Die deutschen Teilnehmer mussten sich insgesamt nur mit rund einem Zehntel der Spam-Anzahl quälen, die an US-Teilnehmer ging. Dirro führt dieses darauf zurück, dass in unterschiedlichen Nationen der Datenschutz mal mehr oder weniger ernsthaft betrieben wird. Ein Beispiel hierfür sei in der Bundesrepublik die Abmeldung von Newslettern, die relativ gut funktioniert. Besonders nachlässig geht man in Italien mit den Datenschutz-Regeln um, so die Studie, denn hier kamen eindeutig die meisten Spam-Mails an. Massiv auch die Spam-Anzahl in Brasilien und Mexiko, laut McAfee ein Zeichen dafür, dass auch beim Spam verstärkt auf Schwellenländer gesetzt wird.

Einige der Testpersonen stellten im Laufe des Versuchs fest, dass der Test-Computer deutlich an Leistung verlor.
„Woran das gelegen hat, ist nicht genau qualitativ ausgewertet worden“, sagt Dirro. Jeff Green, Senior Vice-President der McAfee Avert Labs, sieht allerdings darin ein Zeichen heftiger Malware-Downloads ohne Wissen der Benutzer. Dirro hingegen schwächt ab und meint, dass auch ein Zusammenhang mit Faktoren wie angefüllte Browsercaches für temporäre Internetdateien bestehen könnte.

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