Minderjährige im Internet und das zu allen Zeiten

kind_computer.jpgEine aktuelle Untersuchung des US-Marktforschungsinstituts Nielsen Online zeigt auf, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mehr Zeit auf Video-Plattformen im Netz verbringen als volljährige User. Fast unglaublich, aber im April 2008 sahen Kinder im Alter zwischen 2 (!) und 11 Jahren im Schnitt 51 Videos pro Person an. Umgerechnet in Minuten entspricht dies einer Anschauzeit von 118 Minuten. Die Altersklasse der 12- bis 17 Jährigen brachte es auf 74 Filme (132 Minuten). Über 18-Jährige schauten hingegen „nur“ 44 Videostreams an, entspricht einer Verweildauer von 99 Minuten.

Wer annimmt, dass die Kids sich auf reinen Kinderseiten aufhalten – weit gefehlt! Beliebtestes Ziel ist YouTube. Zirka 4,1 Millionen 2- bis 11 jährige Kinder und 8,9 Millionen 12- bis 17-Jährige nutzten die Videoplattform im vergangenen Monat.
Michael Pond, Senior Media Analyst bei Nielsen Online dazu: „Die heutige Jugend kennt keine Zeit mehr, in der man sich nicht im Internet bewegt. Die Annahme von Online-Video-Diensten ist deshalb bei dieser Altersgruppe viel stärker ausgeprägt. Das Web liefert ihnen eine neue Plattform für ihre Interessen in punkto TV-Shows, Spielzeug, Filme und Musik und bietet Kindern zudem ein interaktives Element, das sie besonders schätzen.“

Da YouTube in der Hauptsache von minderjährigen Teenies genutzt wird, stellt sich die Frage, wer schützt die Kinder vor den Inhalten, die für sie nicht geeignet sind, sollten es die Eltern nicht tun. Gegenüber pressetext beantwortet Kay Oberbeck, Sprecher von Google Nordeuropa, die Frage folgendermaßen: „Unser Ziel ist es zwar, das Angebot auf YouTube möglichst breit gefächert zu gestalten. Gleichzeitig ist es uns aber auch ein besonderes Anliegen, für ausreichenden Jugendschutz auf der Plattform zu sorgen.“ Allerdings gibt Oberbeck auch zu, dass dieses kein leichtes Unterfangen sei, da die enorme Menge an Videomaterial nicht leicht zu kontrollieren sei. Aber, so Oberbeck weiter, es gebe klare Regeln, was das Hochladen von Beiträgen betreffe, die in den Nutzungsbedingungen festgehalten seien. „Wer selbst etwas einstellen will, muss sich mit einer gültigen E-Mail-Adresse registrieren und diesen Bedingungen zustimmen“, fügt Oberbeck hinzu und unterstreicht das ausnahmslose Verbot pornographische Inhalte einzustellen. Im Übrigen werden sowohl technische Mittel und eigene Mannschaften eingesetzt, die 24 Stunden am Tag die Inhalte der Webseite kontrollieren. Zudem können verdächtige und bedenkliche Inhalte gemeldet werden.

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