Streit um PayPal-Pflicht in Australien geht weiter

Wie man auf der Webseite der ACCC (Australia Competition and Consumer Commission), der Wettbewerbsaufsichtsbehörde in Australien, lesen kann, geht der Kampf um die PayPal-Pflicht in Australien weiter. Wie schon mehrfach berichtet, will das Unternehmen eBay seinen australischen Usern ab Mitte Juni 2008 auferlegen, alle Geldtransaktionen über die Tochtergesellschaft PayPal abzuwickeln. In Deutschland soll die PayPal-Nutzung ebenso Pflicht werden, allerdings zunächst nur für Händler, die mehrfach von ihren Kunden schlechte Beurteilungen erhalten.

Seit Bekanntgabe des PayPal-Zwanges hat es in Australien deutliche Proteste gegeben. Bei der ACCC gingen seit der Zeit mehr als 700 Beschwerden ein. Dabei ging es nicht vorrangig um eventuell auftretende Probleme für Verkäufer und Käufer, sondern eher darum, dass man eBay Wettbewerbsverzerrung vorwirft. Daher findet man unter den Beschwerdebriefen unter anderem auch Schreiben von Banken, Konkurrenzunternehmen und anderen Organisationen.

eBay hat nun die Kritik der Wettbewerbsverzerrung zurückgewiesen und verteidigt gegenüber der ACCC seine Pläne. Die Beschwerden seien unbegründet und die Änderungen stünden in erster Linie für mehr Sicherheit auf dem australischen Marktplatz. eBay geht sogar so weit zu erklären, dass alle Händler und Verkäufer, die nicht bereit seien ihre Geldtransfers über PayPal abzuwickeln, ihre Geschäfte bei Mitbewerbern ausführen sollen und geht, anders als die Beschwerdeführer, davon aus, dass die Neuerung keine Auswirkung auf andere Online-Bezahldienste haben wird. Im Gegenteil –
Banken, Kreditkartenanbieter und ebenso andere Bezahldienste hätten eine erheblich größere Marktmacht als PayPal. Deshalb müssten sie sich nicht sorgen, denn für sie bestehe keine Gefahr. Zudem müssen Kunden bei der Nutzung von PayPal immer ein Bankkonto angeben oder die Kreditkarteninformationen, so dass auch die Kreditinstitute von den Sicherheitsmaßnahmen doppelt profitieren könnten. Den Vorwurf „eBay wolle sich nur bereichern“ versucht eBay mit folgender Aussage zu entkräften: „… Nur durch die PayPal-Pflicht ist es uns möglich die größtmögliche Sicherheit auf dem australischen Online-Marktplatz zu gewährleisten. …“


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