Fragen an John Donahoe und Bob Swan zur Entwicklung von eBay

Auf der Goldman Sachs Internet Konferenz stellten sich der CEO von eBay John Donahoe und auch Bob Swan als CFO den Fragen von Scot Wingo. Hier einige Auszüge von der Konferenz.

John Donahoe, lassen Sie uns über die Perspektiven des eBay-Wachstums sprechen.

JD: Wir sind in der glücklichen Lage auf 3 großen Märkten vertreten zu sein. Wir haben unser Kerngeschäft, dass ein verlangsamtes Wachstum aufzeigte. Damit sind wir natürlich nicht glücklich, und wir bemühen uns dieses wieder zu ändern. Unser Ziel ist es so schnell zu wachsen wie auch das E-Commerce-Business anwächst und wir glauben, dass es uns möglich sein wird, dieses umzusetzen. Unser Online-Bezahlsystem ist eine große Herausforderung und unser Online-Kommunikationssystem Skype verzeichnete ein grandioses Wachstum. Der Fokus für das Jahr 2008 liegt aber in jedem Fall darauf unser eBay-Kerngeschäft neu zu beleben.

Kurz ein paar Worte zu PayPal.

JD: Dieses Produkt steht für sich selbst. Immer mehr Firmen außerhalb von eBay interessieren sich für unser Online-Bezahlsystem. Mittlerweile zählen wir unter anderem schon 7 Fluggesellschaften zu unseren Kunden, darunter auch beispielsweise South West.

Was ist mit StubHub?

Bob Swan: StubHub ist ein wunderbares Business. Nirgendwo auf der Welt kann man zuverlässiger und geeigneter an Eintrittskarten kommen. StubHub hat von allen eBay-Töchtern die besten Käufer-Erfahrungswerte. Schauen Sie sich alleine die Abkommen mit Madonna und den großen Sport-Teams an.

In Australien machen sie PayPal zur Pflicht, können Sie den Umstand etwas näher erläutern und werden andere Länder folgen?

JD: Das ist einer unserer Schlüsselpunkte für 2008: 1. eBay einfacher zu gestalten, 2. eBay sicherer zu machen. PayPal erfüllt alle Bedingungen hinsichtlich der Sicherheit beim Bezahlen und gibt Käufern ein Gefühl des Schutzes wie sie es sonst nirgendwo vorfinden. Wir untersuchen die verschiedenen Marktplätze, analysieren die Ergebnisse und führen entsprechend die Veränderungen ein wie wir sie für notwendig erachten, so geschehen in Australien. Pläne für andere Länder haben wir nicht.

Können Sie Informationen zu den Veränderungen in der Suchabfolge geben?

JD: Es war an der Zeit “bald endende Auktionen? aus dem Programm zu nehmen. Wir haben wie so oft Daten gesammelt und festgestellt, dass auch für Verkäufer „Best Match“ (Suche nach den beliebtesten Artikeln) die optimale Chance ist, den Online-Marktplatz eBay attraktiver zu gestalten.

Was tun Sie dafür das Wachstum auf eBay zu beschleunigen?

JD: Wir fahren mehr Veränderungen als es jemals der Fall war bisher. Es gibt zwar keine Wunderwaffen, doch wir versuchen alle Möglichkeiten auf verschiedenen internationalen Marktplätzen auszutesten. Stellen wir dann fest dass es funktioniert, gehen wir noch einige Schritte weiter. Läuft es nicht, dann stoppen wir die Aktion.
Wenn Sie auf andere Plattformen schauen, was denken Sie dann?

Bob Swan: Sie sind zunächst einmal uninteressant für uns. Denn wir müssen nach unseren Webseiten schauen. Und da sieht es momentan gar nicht so schlecht aus. Kijiji, unser Kleinanzeigenportal – läuft, Werbung läuft auch, das eBay-Herzstück funktioniert auch und wir arbeiten weiter an Verbesserungen. Was wir bemerken – Käufer probieren alles mögliche aus. Sie kommen auf die eBay-Webseite schauen nach einem Handy, gehen dann weiter auf shopping.com suchen hier, klicken auf andere Seiten und kommen dann wieder zu eBay zurück, mit der festen Überzeugung das ganze Netz durchsucht zu haben und auf dem Online-Marktplatz gut aufgehoben zu sein.

Diskutieren Sie intern über Amazon als Konkurrent? Und warum ist Amazon so erfolgreich?

JD: Wir haben beide genug Platz im Web-Markt um noch anwachsen zu können. Aber lassen Sie mich doch eher über eBay als über Amazon sprechen. Unser Hauptunterscheidungsmerkmal liegt in der Wertigkeit und der Auswahl. eBay ist der Ort, an dem man die niedrigsten Preise und die größte Auswahl findet und das ist die Basis, die wir unseren Käufer bieten möchten.

Wir haben überdies das Bestreben sehr auf Qualität zu achten, was ebenso den Käufern zu Gute kommt.Was die Verkäufer anbelangt, so gibt es keine andere Plattform, auf der es eine so große Anzahl an Händlern gibt. Und, Sie werden es dann auch merken, im Laufe der nächsten Zeit wird es noch einiges an Fortschritten geben – wir arbeiten hart daran.

Warum braucht eBay überhaupt Einstellgebühren?

Bob Swan: Einstellgebühren gewährleisten eine gewisse Qualität bei eBay. Sie motivieren Händler angemessene Preise für ihre Artikel festzulegen. Dadurch ist auch gewährleistet in einem 7-Tage Turnus neue Waren auf dem Online-Marktplatz vorzufinden – und das macht eBay einmalig.

Könnten Sie was zu China sagen?

JD: China war eine sehr große Erfahrung für uns, aus der wir nur lernen können. Wir haben Eachnet gekauft und auf eine andere Plattform verlagert – das war ein Fehler!

Bob Swan: Die beste Möglichkeit langfristig Gewinne einzufahren, ist es Partnerschaften einzugehen und das ist es, was wir auch weiterhin tun möchten. Wir versuchen Joint Ventures einzugehen – in kleineren asiatischen Ländern, wie Thailand, aber auch in China und Taiwan.Außerdem haben wir in China und Indien Entwicklungszentren aufgebaut, so dass wir langfristig mehr und mehr in diesen Räumen expandieren können.

Wie sehen Sie ihren Status in Latein-Amerika?

JD: Mercado-Libre ist dort unser Partner und was wir eben schon sagten, wir sind interessiert an Kooperationen und daher froh über die Anteile von 20% an Mercado-Libre. Zudem haben wir ein starkes einheimisches Team vor Ort, die gute Arbeit leisten.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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