Internet sorgt für Rückgänge bei Auflagenzahlen von Zeitungen

Zeitung gegen Internet – der amerikanische Zeitungsmarkt befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend. Die Auflagenzahlen nahezu aller großen Zeitungen in den USA sind nochmals drastisch gesunken, so das Wall Street Journal.
Was man so schnell nicht erwartet hatte, scheint nun doch einzutreten, nämlich die Abwanderung der Leser ins World Wide Web.

Gemäß den Zahlen des Audit Bureau of Circulations hat die durchschnittliche Auflagenzahl pro Woche der Tageszeitungen im letzten halben Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6% abgenommen. Noch stärker vom Rückgang betroffen waren die Sonntagsauflagen mit im Schnitt 4,6%.

Der heimische Markt allerdings hat auch zu kämpfen. Auch in Deutschland entwickelt sich der Markt negativ. Das vierte Quartal 2007 brachte ein Minus von 2,3%. Die Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger dazu: „Die Zeitungen verlieren leicht an Auflage – derzeit durchschnittlich knapp unter zwei Prozent im Jahr. Dabei sind die Rückgänge im Osten stärker als im Westen, im Einzelverkauf deutlicher als im Abonnement. Die Auflagen gehen im übrigen stärker zurück als die Reichweite. Die großen US-Zeitungstitel verlieren im Vergleich mit Deutschland deutlich stärker an gedruckter Auflage. Doch höre ich immer wieder, dass die Situation der lokalen US-Zeitungen sehr stabil sei.“

Bei den US-Zeitungen liegt der Vorteil darin, dass diese im Internet schon seit Jahren große Reichweiten hinzugewinnen, denn hier nutzen immer mehr Menschen die Informationen aus dem Netz. Die rückläufige Entwicklung der Auflagenzahlen hat in Amerika inzwischen eine zwanzigjährige Geschichte. Durch ansteigenden Wettbewerb im Kampf um Werbegelder und die Aufmerksamkeit der Leser sowie dem Aufkommen des Internet-Booms, leiden die Zeitungen kontinuierlich an Auflagenschwund.

Der Zeitungs-Analyst John Morton erklärt: „Die jüngsten Rückgänge sind zwar bitter, jedoch nicht überraschend. Die Verlage verlieren zudem nicht nur an Auflage, sondern haben auch mit sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen.“
Die aktuellen Zahlen zu den Werbeumsätzen für die deutsche Zeitungslandschaft sollen Ende Mai bekanntgegeben werden, so der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). „Es gibt zwar Hinweise darauf, dass die Anzeigenumfänge gewachsen sind, das heißt allerdings noch nicht, dass auch die Umsätze dadurch höher ausfallen“, erläutert Volker Nickel, Pressesprecher des ZAW.

Unter den besten 10 Zeitungen in den USA konnten nur 2 Titel eine leichte Auflagensteigerung notieren. So legte USA Today, die größte US-Tageszeitung, um 0,3% zu. Daneben erzielte das Wall Street Journal ein einen Anstieg von 0,4% an Abonnement-Kunden. Indes zählen dazu neben den Printabos auch rund 352.000 Online-Kunden, die vom Audit Bureau als Teil der Auflage festgestellt werden. Auch andere Zeitungen besitzen inzwischen Online-Muster, die ähnlich gelagert sind und mit eingerechnet werden, allen voran das Wall Street Journal. „Die schnelle Erstinformation im Tageslauf findet immer mehr über Websites von Zeitungen und Zeitschriften im Internet statt. Erfreulicherweise ist es aber immer noch so, dass die Heavy User im Internet auch starke Nutzer der gedruckten Zeitung sind“, so Pasquay.


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