eBay-Tochter Mobile.de überholt Autoscout24

Mobile.de, Tochtergesellschaft von eBay und Autoscout 24, die beiden ewigen Konkurrenten, wenn es um den Autokauf oder Verkauf im Internet geht, haben die Plätze in der Rangliste des Führenden getauscht. Nachdem Mobile.de im letzten Jahr die Annoncen für Privatinserenten wieder unentgeltlich angeboten hat, ist das Unternehmen nicht nur bei den Händlern, sondern inzwischen auch bei den privaten Verkäufern auf Platz eins.

Zirka eine Million Kraftfahrzeuge werden auf der deutschen Mobile-Plattform angeboten, rund 20% mehr als beim Kontrahenten Autoscout, so Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen. „Vor allem bei den Marken Porsche und Mini, aber auch bei Volvo, Volkswagen und Mercedes hat Mobile einen klaren Angebotsvorsprung”, sagt Dudenhöffer. Dudenhöffer hat die Offerten der 100 bedeutsamsten Autos gezählt. Je älter die Autos, desto größer der Vorsprung von Mobile.de.

Um mehr Händler für ihre Plattform zu interessieren, versucht Autoscout momentan mit aggressiven Preisen einen Vorteil zu erringen. Für die Händler sind die Kosten für das Inserat, die wegen des scharfen Wettstreites in Deutschland außergewöhnlich niedrig sind, aber nicht von Bedeutung. „Als wir im vergangenen Jahr die Preise erhöht haben, ist nicht ein Händler abgesprungen. Bedrohlich für unser Geschäft ist dagegen die Konsolidierungswelle unter den
33.000 Autohändlern in Deutschland. Wird ein Händler übernommen oder insolvent, fällt er als Kunde aus”, erklärt Peter Schmid von Mobile.de.

Die Konkurrenz wächst aber für Mobile.de weiter. Der Medienunternehmer Dirk Ströer mit seinem Online-Marktplatz Pkw.de und auch die Sparkassen mit ihrer Webseite Gebrauchtwagen.de investieren kräftig, um auch am profitablen Geschäft teilzunehmen. Ebenso der Suchmaschinenbetreiber Google will an die Budgets der Lieferanten heran und stellte eigens dafür den ehemaligen Autoscout-Manager Markus Hinz ein.

Das sich das der Online-Handel mit gebrauchten Autos lohnt, sieht man an folgender Zahl: 30% Umsatzrendite macht zum Beispiel Autoscout, gleichwohl der starken Konkurrenz in Deutschland.

Autoscout 24 will nun sein Geschäft globalisieren und auch die User stärker an sich binden. Gegenüber der F.A.Z sagte Nicola Carbonari, der Vorstandsvorsitzende von Autoscout: „Normalerweise kommen die Nutzer alle paar Jahre auf unsere Seite, wenn sie ein Auto kaufen oder verkaufen wollen. Das ist zu wenig. Dienstleistungen rund ums Auto wie Finanzierungen, Wartung, Reifenwechsel, aber auch Community-Aspekte sollen die Nutzer zum regelmäßigen Besuch der Seite animieren.”


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