Otto Umsatz in 2019 um 9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gewachsen

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/20, das am 29. Februar endete, verlief für OTTO sehr erfolgreich. Der Umsatz konnte überplanmäßig um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Damit setzte der Hamburger Online-Händler seine erfolgreiche Entwicklung im zehnten Jahr in Folge fort. Dies gelang auch dank der mittlerweile rund 7,5 Millionen aktiven Kund*innen – 7 Prozent mehr als im Vorjahr –, die im vergangenen Geschäftsjahr in den verschiedenen OTTO-Sortimentsbereichen einkauften.

Dabei stieg insbesondere die Nachfrage über mobile Endgeräte überproportional. Über die OTTO-App wird so aktuell bereits ein Drittel des Umsatzes generiert, in Kombination von Mobile und Tablet sogar 64 Prozent – ebenfalls 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

OTTO baut Home-&-Living-Angebot konsequent aus

Dazu passend gelangen in allen Warengruppen Umsatzsteigerungen: am deutlichsten im Home-&-Living-Segment mit einem Plus von 15 Prozent, knapp gefolgt von Technikartikeln mit rund 14 Prozent. „Wir sind damit weiterhin mit Abstand Deutschlands größter Online-Möbelhändler“, erläutert der Vorsitzende des OTTO-Bereichsvorstands, Marc Opelt. Auch die Fähigkeit, Marken und Händler automatisiert auf otto.de anzubinden und so die Entwicklung vom Onlinehändler zur Plattform zu forcieren, wurde erreicht. Entsprechend wird OTTO in den kommenden Monaten rund 1000 Partner live schalten, die nach Anmeldung binnen zwei bis drei Tagen ihre Sortimente online auf otto.de anbieten können.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die OTTO-Organisation

Der Start in das neue Geschäftsjahr seit Anfang März ist allerdings deutlich von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Das OTTO-Management hat sehr frühzeitig auf eine potenzielle gesundheitliche Gefährdung für die eigenen Mitarbeiter*innen reagiert und wesentliche Geschäftseinheiten inklusive Teile der Relationcenter erfolgreich auf Homeoffice umgestellt. Der Betrieb läuft trotz umfangreicher organisatorischer Veränderungen der Arbeitsabläufe für mehr als 3.000 von zu Hause arbeitenden Mitarbeiter*innen bis zur Belieferung der Kund*innen sehr stabil.

„Wir haben bereits vor einigen Jahren die technischen und kulturellen Voraussetzungen für vernetztes, agiles und mobiles Arbeiten geschaffen, was sich aktuell besonders auszahlt. Davon unabhängig gilt es, das Engagement aller Kolleg*innen im Konzernverbund der Otto Group hervorzuheben, die weiterhin in den Warenlägern, Retourenbetrieben und auf der letzten Meile zu den Kund*innen hin großartige Arbeit leisten“, betont Marc Opelt.

Sondereffekte prägen die aktuelle Geschäftsentwicklung

Die aktuelle Geschäftslage von OTTO wird durch eine sehr heterogene und volatile Nachfrage der Kund*innen beeinflusst. Normalerweise stark nachgefragte sowie besonders ertragsstarke Warenkategorien wie die saisonale Frühjahrs-, Sommer- und Bademode verzeichnen deutliche Rückgänge und liegen unter Plan. Dagegen werden in anderen Sortimenten – Elektronik-Artikel, Computer, Haushaltsgeräte wie Kühl- und Gefriergeräte, Spielekonsolen, Wohn- und Einrichtungsgegenstände sowie „bequemen Textilien“ – ungewohnte Nachfragespitzen registriert.

Insgesamt sorgt dieses Kaufverhalten bei OTTO temporär für leichte Umsatzzuwächse. „Wir freuen uns, mit unseren Sortimenten dazu beitragen zu können, die Grundversorgung der Bevölkerung mit Artikeln des täglichen Bedarfs zu sichern“, sagt Marc Opelt, der daraus aber keinen generell anhaltenden Trend für die weitere Geschäftsentwicklung ableiten will.

Langfristiges Krisenmanagement bestimmt das Geschäft

Denn eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben, ist aus Sicht des OTTO-Managements derzeit seriös nicht möglich. Die mittel- und langfristigen Folgen einer sich weltweit deutlich abkühlenden Konjunktur auf die Geschäfte und Arbeitsplätze sind nicht absehbar. Deshalb bereitet der Bereichsvorstand von OTTO gemeinsam mit den Führungskräften das Unternehmen darauf vor, gut durch die Corona-Krise zu steuern und vor allem Arbeitsplätze mittel- und langfristig zu sichern. Aktuell werden daher verschiedene budgetäre sowie organisatorische Maßnahmen geprüft und umgesetzt, um die Finanzkraft, den Geschäftsbetrieb und den Kund*innenservice auf gewohnt hohem Niveau zu erhalten.

Dazu gehören die Anpassung von Ordern, Sortimenten und Marketingmaßnahmen sowie das Aussetzen von Projekten, die das Geschäft nicht direkt beeinflussen. Personalseitig wurden Neueinstellungen gestoppt. Auch das in Deutschland angebotene Instrument, Kurzarbeit zu beantragen, wird für gewerbliche und nichtgewerbliche Kolleg*innen in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat geprüft.

Selbstverständlich wird weiterhin da investiert, wo es für die Zukunft von OTTO notwendig ist, stellt Marc Opelt klar: „Wir tun alles dafür, um am Ende gestärkt aus dieser für uns alle unbekannten Situation und hoffentlich einmaligen Krise hervorzugehen. Dafür arbeitet das ganze Unternehmen mit hoher Energie, Flexibilität und Zuversicht. Als der größte Universalist der Otto Group sind wir prinzipiell auch für schwierige Zeiten wie diese gut gerüstet und übernehmen Verantwortung“.


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