Studie: Zwei Drittel der selbständigen Online-Händler fühlen sich nicht ausreichend versichert

Lediglich 34 Prozent der selbständigen Online-Händler in Deutschland sind davon überzeugt, gegen die beruflichen Risiken ihrer selbständigen Tätigkeit ausreichend versichert zu sein. Zum Vergleich: Unter den klassischen Einzelhändlern fühlen sich immerhin 63 Prozent gut abgesichert. Das sind Ergebnisse der Studie „Fokus Selbständigkeit“. Die mailo Versicherung AG hat dafür mehr als 900 Freiberufler und Selbständige befragt.

„Der Geschäftsbetrieb im Internet wird vor allem von Cyber-Kriminellen bedroht. Die E-Commerce-Spezialisten sind sich dieser Gefahr bewusst. Jetzt steht die Versicherungswirtschaft in der Pflicht, maßgeschneiderte Produkte für den Ernstfall im digitalen Kaufhaus bereitzustellen“, hat Armin Molla, Vorstand der mailo Versicherung AG, erkannt.

Mit dem boomenden Online-Handel rückten stetig neue Händler/Anbieter nach, die vor allem in der Frühphase häufig weder über die Erfahrung noch über die Finanzstärke verfügten, um spezialisierte Policen abzuschließen.

„Gefragt sind deshalb einfache und leistungsstarke Produkte, die Online-Händler schnell und komfortabel im Internet abschließen können“, so Molla.

In anderen Branchen fühlen sich die Selbständigen in Deutschland besser abgesichert. So geben zum Beispiel 70 Prozent der freien Unternehmensberater an, sie seien ausreichend gegen berufliche Risiken versichert. „Auch Restaurants und Bürobetriebe sichern sich laut unserer Studie besser ab. Dennoch muss auch hier noch ein größeres Bewusstsein geschaffen werden“, erläutert Molla. Der mailo-Vorstand mahnt, dass angesichts der möglichen Folgeschäden im Ernstfall auch die von gut jedem dritten Befragten als Absicherung ins Feld geführten finanziellen Rücklagen viel schneller ausgeschöpft sein könnten als erwartet.

Weit verbreitete Angst vor Cyber-Kriminellen

Immerhin sieben von zehn Selbständigen wissen um das Risiko und verhalten sich deshalb „vorausschauend“, um nicht Opfer von Kriminellen, Umweltkatastrophen oder eigener Nachlässigkeit zu werden. Als größte Gefahr über alle Branchen hinweg wird Cyber-Kriminalität genannt, jeder Dritte hat Angst vor Hackerangriffen, Datenklau oder Virenbefall. Trotzdem schlossen bislang erst 7 Prozent der Selbständigen eine Cyber-Versicherung ab.

Aber auch Abmahnungen und unberechtigte Ansprüche Dritter sorgen bei vielen der Befragten für Nervosität. Am wenigsten Angst haben die Selbständigen vor Schäden an der Büroeinrichtung oder ihren Waren.

„Leider sind viele Versicherungen noch auf klassische Gefahrenquellen wie Diebstahl ausgerichtet“, sagt Molla.

Dies reflektiere aber nicht ausreichend genug die eigentliche Risikolage der neuen Berufe. Moderne Wissensarbeiter seien immer stärker in die digitale Welt eingebunden. Dies müsse sich endlich auch in den Versicherungsangeboten für Selbständige und Freiberufler widerspiegeln.


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