Pro-Kopf-Konsumausgaben 2018 in Deutschland nominal 30 % höher als im EU-Durchschnitt

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte je Einwohnerin und Einwohner lagen im Jahr 2018 in Deutschland nominal (nicht preisbereinigt) 30,0 % über dem Durchschnitt der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU 27, ohne Vereinigtes Königreich). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltverbrauchertag am 15. März nach Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mitteilt, lagen die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland 2018 pro Kopf bei durchschnittlich 20 420 Euro. EU-weit wurden dagegen durchschnittlich nur 15 710 Euro pro Person für Wohnen, Ernährung und Bekleidung, aber auch für Mobilität, Freizeit und weitere private Aktivitäten verwendet. Kaufkraftbereinigt lagen die Pro-Kopf-Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland um 18,9 % über dem EU-Durchschnitt. Diese kaufkraftbereinigten Ausgaben waren nur in Luxemburg mit 40,8 % und Österreich mit 21,9 % über dem EU-Durchschnitt höher als in Deutschland. Am niedrigsten innerhalb der EU waren die Pro-Kopf-Konsumausgaben in Bulgarien. Dort lagen sie 41,6 % unter dem Wert für die gesamte EU.

Die Differenz in den nominalen Konsumausgaben zwischen Deutschland und dem EU-Durchschnitt ist somit teilweise auf die unterschiedlichen Preisniveaus in den EU-Mitgliedstaaten zurückzuführen. Die nach der Umrechnung auf ein einheitliches Preisniveau verbleibende prozentuale Differenz von 18,9 % hängt unter anderem mit der vergleichsweise guten Einkommenssituation sowie den Kauf- beziehungsweise Konsumgewohnheiten der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher zusammen.

Vereinigte Staaten: Pro-Kopf-Konsumausgaben kaufkraftbereinigt 50,3 % höher als in Deutschland

Ein Blick über den Atlantik zeigt, dass die mit dem Wechselkurs in Euro umgerechneten Pro-Kopf-Konsumausgaben der privaten Haushalte in den Vereinigten Staaten 71,8 % über den deutschen Ausgaben im Jahr 2018 lagen. Kaufkraftbereinigt (unter Ausschluss der Wechselkursschwankungen und des Preisniveauunterschieds) gab eine Einwohnerin beziehungsweise ein Einwohner gut die Hälfte (50,3 %) mehr für die Konsumausgaben der privaten Haushalte aus als in Deutschland. Der Pro-Kopf-Individualkonsum, der neben den privaten Konsumausgaben auch die sozialen Sachtransfers des Staates an private Haushalte umfasst, lag in den Vereinigten Staaten kaufkraftbereinigt 31,9 % über dem deutschen Niveau. Der Individualkonsum wird für den Vergleich mit den Vereinigten Staaten zusätzlich herangezogen, da Ausgaben insbesondere in den Bereichen Gesundheits- und Bildungswesen in den Vereinigten Staaten zu einem großen Teil von den privaten Haushalten selbst getragen werden, wohingegen diese in Deutschland mehrheitlich in den sozialen Sachtransfers des Staates an private Haushalte inbegriffen sind.


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