E-Commerce-Trends 2020: Millennials treiben Innovationen voran

Zum inzwischen dritten Mal befragt die Shopping- und Vergleichsplattform idealo Online-Shopper zu den Trends im E-Commerce. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie Verbraucher zu aktuellen Branchentrends stehen. Begegnen Online-Shopper in Deutschland neuen Methoden und Technologien eher positiv – oder überwiegt hierzulande die Skepsis gegenüber dem Einsatz von Augmented Reality, neuen Bezahlverfahren und Co.? Und wie weit gehen die Meinungen zwischen Generation X, Generation Y und Baby Boomern auseinander?

Millennials pushen den Online-Handel

Laut idealo Umfrage geben 29 Prozent der Befragten an, mindestens einmal die Woche online zu shoppen.* Insbesondere die Millennials sind hier ganz weit vorne. 41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen kaufen einmal wöchentlich online ein (Abb. 1). Im Vergleich: Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 30 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen sogar nur 13 Prozent. Dabei ist das Smartphone direkt nach dem Laptop das beliebteste Shopping-Device der Deutschen – 57 Prozent kaufen mit dem Handy ein, 61 Prozent mit dem Laptop. Der Kauf im Ladengeschäft hat in vielen Bereichen allerdings nach wie vor die Nase vorn. Insbesondere bei Lebensmitteln, Möbeln oder Medikamenten kann der E-Commerce die Verbraucher noch nicht voll überzeugen. Elektronik, Unterhaltungsmedien und Bücher werden hingegen bereits bevorzugt online gekauft.

Es muss aber kein Entweder-oder sein. Die Studie zeigt, dass eine sinnvolle Verzahnung zwischen Online und Offline – der sogenannte Connected Commerce – für den Konsumenten viele Vorteile birgt. Beispielsweise hat die Verfügbarkeit von Preisdaten im Internet einen Einfluss auf das Kaufverhalten im stationären Handel. Sieben von zehn Online-Shoppern (73 Prozent) suchen zumindest gelegentlich online nach Preisen, wenn sie sich gerade im Ladengeschäft ein Produkt anschauen. Und jeder Dritte (33 Prozent) nutzt das Wissen über den aktuellen Marktpreis seines Wunschproduktes, um vor Ort einen günstigeren Preis zu verhandeln.

Klimaschutz im E-Commerce

Der Versandhandel steht vor dem Hintergrund des Klimawandels immer mehr in der Kritik, unter anderem wegen des entstehenden Verpackungsmülls und der Treibhausgas-Emissionen im Lieferverkehr. Ein kurzfristig wirksamer Lösungsansatz ist die Kompensierung von CO2-Emissionen, die beim Versand von Paketen entstehen. 71 Prozent der Online-Shopper würden sogar einen Aufschlag bei den Versandgebühren in Kauf nehmen, wenn bestellte Ware dafür klimafreundlich versendet wird (Abb. 2). Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 84 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen hingegen nur etwas mehr als jeder Zweite (53 Prozent).

Für viel Aufsehen hat 2019 das Thema Retouren gesorgt. Der Branche wurde vorgeworfen, zurückgeschickte Produkte teilweise eher zu entsorgen als sie wieder in den Verkauf zu bringen. Die Meinungen der Verbraucher zu diesem Thema sind zwiegespalten: Die meisten (64 Prozent) empfinden es als sehr praktisch, bestellte Produkte zunächst in den eigenen vier Wänden zu testen und gegebenenfalls zurückzuschicken (Abb. 3). Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) hat das sogar schon einmal bewusst in Kauf genommen, indem sie z.B. Artikel in verschiedenen Größen bestellten. Trotzdem geben 57 Prozent der Online-Shopper an, dass sie ungern Produkte zurückschicken, da dies umwelt- bzw. klimaschädlich sei (Abb. 4). Das Bewusstsein ist bei den Älteren (60 bis 64 Jahre: 64 Prozent) sogar ausgeprägter als bei den Jüngeren (18 bis 29 Jahre: 53 Prozent). Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) schickt ungern Produkte zurück, weil sie gehört haben, dass retournierte Produkte oft vernichtet werden.

Innovationen sind willkommen

Ob Voice Commerce, Augmented Reality oder Alternative Zahlungsmethoden – in allen Bereichen der sogenannten Customer Journey werden innovative Entwicklungen vorangetrieben, um Prozesse zu beschleunigen, zu vereinfachen oder sicherer zu machen. Die deutschen Online-Shopper begegnen diesen Neuerungen überwiegend offen. So kommt laut idealo Umfrage die Augmented-Reality-Funktion bei Online-Shoppern gut an. Dabei werden virtuelle Informationen in die Live-Ansicht der eigenen Smartphone-Kamera eingefügt, sodass Kunden schon vor dem Kauf die Möglichkeit haben, Produkte auszuprobieren. 16 Prozent der Befragten haben bereits eine solche Funktion genutzt (Abb. 5) – mit 26 Prozent sind hier die 18- bis 29-Jährigen die Vorreiter. Weitere 56 Prozent aller Befragten können sich vorstellen, es in Zukunft einmal auszuprobieren.

Wenn es ums Bezahlen geht, sind die Deutschen wählerisch: Die Freigabe von Zahlungen per Fingerabdruck findet fast jeder zweite Befragte (45 Prozent) sinnvoll. Gesichtserkennung hingegen scheint sich weniger schnell zu etablieren – nur drei von zehn Online-Shoppern (27 Prozent) halten diese Technologie für sinnvoll. Am meisten Potenzial sehen hier mit 35 Prozent die 18- bis 29-Jährigen. Auch Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder dem Google Assistant wird nicht besonders viel Vertrauen entgegengebracht: Zwar hat jeder zweite Online-Shopper schon mindestens einmal über ein Smartphone einen der digitalen Sprachassistenten benutzt (57 Prozent), und immerhin jeder vierte besitzt sogar ein eigenes sprachgesteuertes Smart-Home-Gerät wie etwa Amazon Echo (26 Prozent) – neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Aber: Als Shopping-Methode hat sich die Sprachsteuerung noch nicht durchgesetzt, nur jeder Fünfte (19 Prozent) würde auf diese Weise Produkte bestellen (Abb. 6). Die meisten halten diese Art des Online-Shoppings für zu umständlich und fehleranfällig.

Das Whitepaper zur Studie mit allen Umfrageergebnissen finden Sie hier.

* Alle Daten wurden vom Marktforschungsunternehmen dynata im Auftrag der idealo internet GmbH erhoben. An der Online-Befragung im Dezember 2019 nahmen 1.076 Internetnutzer teil. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Online-Shopper in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren.


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