EU Parlament fordert einheitliche Ladegeräte

In einer Plenardebatte am Montag (13.1.) riefen die EU-Abgeordneten die Kommission dazu auf, bis zum Juli 2020 diesbezüglich einen konkreten Vorschlag vorzulegen. Angestoßen hatte diese Initiative der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, der die Einführung eines einheitlichen Ladegeräts für Smartphones, Tablets, E-Book-Reader, Smart-Kameras und andere tragbare Geräte fordert.

„Die Kommission muss Führungsstärke beweisen und dafür sorgen, dass nicht Tech-Giganten uns Standards diktieren. Wenn die digitale Souveränität dieser neuen Kommission etwas bedeutet, dann erwarten wir einen Vorschlag zur Festlegung eines Standards für ein gemeinsames Ladegerät innerhalb der nächsten sechs Monate“, sagt die polnische EU-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Binnenmarktausschusses Róża Thun und Hohenstein (EVP). Sie hatte die Anfrage zur mündlichen Beantwortung an die Kommission gestellt.

Die Einführung eines einheitlichen Ladegeräts soll den Elektronikschrott reduzieren, Kosten verringern und die Sicherheit und Interoperabilität der Ladegeräte verbessern.

Kommission verfolgt freiwilligen Ansatz

Die EU-Gesetzgeber hatten 2014 die Entwicklung einheitlicher Ladegeräte gefordert. Bislang verfolgte die Europäische Kommission einen freiwilligen Ansatz, um die Mobilfunkhersteller zur Entwicklung gemeinsamer Ladegeräte zu ermutigen.

Dieser freiwillige Ansatz sei „der beste Weg, unsere politischen Ziele zu erreichen, ohne die Innovation zu behindern“, sagte EU-Kommissar Maroš Šefčovič in der Debatte.

Positive Auswirkungen auf die Umwelt

Eine Studie aus 2014 zeigt, dass die Zahl der verschiedenen Smartphone-Ladegeräte von 30 im Jahr 2009 auf drei gesunken ist.

Beim Kauf neuer Geräte werden jedoch neue Ladegeräte automatisch mitgeliefert. Laut Angaben der Europäischen Kommission ist Elektronikschrott einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme in der EU. Das E-Schrottvolumen wird bis 2020 voraussichtlich auf 12 Millionen Tonnen ansteigen.


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