Arbeitskreis Wettbewerbsökonomie diskutiert über vertikale Fusionseffekte, Algorithmen und missbräuchliche Datenverarbeitungskonditionen

Der Arbeitskreis Wettbewerbsökonomie hat sich am 13. Dezember 2019 in Bonn zu seiner vierten Tagung getroffen. Mitarbeiter des Bundeskartellamtes und Wissenschaftler aus den Bereichen Industrieökonomie und Wettbewerbspolitik diskutierten aktuelle wettbewerbsökonomische Fragestellungen. Diesmal standen drei Themen auf der Tagesordnung:

  • Fusionen zwischen Unternehmen auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen, die zu Kostensteigerungen bei Wettbewerbern führen können (raising rivals‘ costs),
  • die Studie zum Thema Algorithmen und Wettbewerb des Bundeskartellamtes mit der französischen Autorité de la concurrence sowie
  • die kartellrechtliche Einordnung sehr weitreichender Datensammlung und -verwertung.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes:
Ein besonders wichtiges ökonomisches Forschungsthema sind die Auswirkungen von Algorithmen auf den Wettbewerb. Wir haben erst kürzlich gemeinsam mit der französischen Wettbewerbsbehörde eine umfassende Studie zu dem Thema vorgelegt. Der regelmäßige Austausch mit der wissenschaftlichen Forschung ist gerade in diesem sich derzeit schnell fortentwickelndem Bereich wichtig, um stets auf dem aktuellen Stand zu sein.“

Auch in digitalen Märkten gilt, dass marktbeherrschende Unternehmen ihre Marktmacht nicht ausnutzen dürfen, etwa indem sie ihre Kunden ausbeuten. Obwohl viele Angebote auf digitalen Märkten für die Nutzer auf den ersten Blick kostenlos sind, kann die Datensammlung und –verwertung zu weitreichend sein. Die Diskussion mit den Forschern trägt dazu bei, die ökonomischen Zusammenhänge zwischen Marktmacht und Datenschutz weiter zu untersuchen.“

Die akademischen Teilnehmer der vierten Sitzung des Arbeitskreises waren: Prof. Dr. Stefan Bühler (Universität St. Gallen), Prof. Dr. Justus Haucap (Düsseldorf Institute for Competition Economics), Prof. Dr. Roman Inderst (Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Markus Reisinger (Frankfurt School of Finance & Management).

Bundeskartellamt
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